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Umsatzrückgang im Einzelhandel

Wer Angst hat, konsumiert weniger. Der Einzelhandel hat dies im vergangenen Jahr schmerzhaft zu spüren bekommen. Und wenn sich nichts ändert, wird er auch 2008 weiter leiden. Die jetzt vorgelegten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, der Umsatzrückgang 2007 ist der stärkste seit fünf Jahren und das liegt längst nicht nur an der Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn des vergangenen Jahres und damit steigenden Preisen. Die Verbraucher haben nämlich deutlich mehr auf die hohe Kante gelegt, vor allem bei Lebensmitteln gespart und kaufen sich immer seltener ein neues Auto. Passiert das während eines Konjunkturaufschwungs, sind das untrügliche Zeichen für eine tiefgreifende Verunsicherung. Es ist vor allem auch deshalb so besorgniserregend, weil es am Arbeitsmarkt mit hohem Tempo aufwärts gegangen ist und auch weiter geht. Die Angst vor Arbeitslosigkeit dürfte also derzeit nicht der Grund sein, der die Bürger, wie in den letzten fünf Jahren, vom Einkaufen abhält. Die Antwort ist so simpel wie erschreckend: Es fehlt hierzulande an Grundvertrauen in die Zukunft. Und damit ist die Politik gefragt. Sie muss schleunigst Rahmenbedingungen schaffen, die den Menschen genug Sicherheit geben, langfristig planen zu können. Eine spürbare Entlastung bei der Einkommensteuer wäre zum Beispiel ein klares Signal an den Einzelnen, dass sich seine Leistung lohnt. Mehr Geld netto auf dem Konto ist nämlich eine höchst beglückende Erfahrung in Zeiten, in denen die notwenigen Dinge des täglichen Lebens wie Butter, Milch, Strom und Gas erheblich teurer werden und die Inflationsrate maßgeblich hochtreiben. Der nach wie vor dringend notwendigen Konsolidierung der öffentlichen Haushalte würde das kaum schaden, denn wer mit Lust und Laune einkaufen geht, der zahlt kräftig Mehrwertsteuer und hält so die Wirtschaft unter Dampf. Merkel, Steinbrück und Co. sollten die Chancen nutzen, die ihnen Konjunktur und Große Koalition derzeit noch bieten.

Allgemeine Zeitung Mainz

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