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Merkel lehnt Schlussstrich unter DDR-Kapitel strikt ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich vehement gegen einen Schlussstrich unter das DDR-Kapitel gewendet. In einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“ anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls wies die CDU-Politikerin zur Begründung darauf hin, dass zur Versöhnung auch Wahrhaftigkeit gehöre.

„Schlussstriche – egal unter welches Kapitel der Geschichte – stehen im Widerspruch dazu“, hob Merkel vor dem Hintergrund des Versöhnungsaufrufs von Brandenburgs SPD-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) hervor. Der SPD-Politiker hatte nach der Koalitionsvereinbarung mit der Linkspartei zur Versöhnung auch mit der früheren SED und der Stasi aufgerufen, nachdem dies sogar im Nachkriegsdeutschland mit der ehemaligen Waffen-SS gelungen sei.

„Einen Schlussstrich ziehen zu wollen, heißt, etwas verdrängen zu wollen. Erstens funktioniert das nie, und zweitens bin ich der Überzeugung, dass wir die Erinnerung an das Geschehene wachhalten müssen, um die Zukunft zu gestalten“, so Merkel. „Das sind wir außerdem den vielen Opfern des SED-Regimes und auch kommenden Generationen schuldig. Denn wie wollen wir ihnen erklären, wie kostbar die Freiheit ist, wenn wir die Erfahrungen mit der Unfreiheit verschweigen?“, mahnte die Bundeskanzlerin. „Einen solchen Weg hielte ich für falsch.“

P2News/Leipziger Volkszeitung

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