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Linken-Chef in Bedrängnis – Wieder Ärger mit Ernst

Selbstmörderische Tendenzen gibt es in allen Parteien. Die Verve jedoch, mit der Teile der Linkspartei die Sommerpause zur Selbsthinrichtung nutzen, hat etwas Chronisches. Ganz oben auf der Liste derer, die „Parteifreunde“ unter dem Fallbeil sehen möchten, steht Co-Chef Klaus Ernst. Während seine Mitvorsitzende Gesine Lötzsch durch Unauffälligkeit auffällt, sorgt der Gewerkschafter jede Woche für neue Negativ-Schlagzeilen. Tendenz: immer bedrohlicher. Im Vergleich zu dem, was jetzt gegen Ernst in Stellung gebracht wird, ist die parteiinterne Schimpfe über Einkommen und Lebensstil des Alm-Pächters und Alt-Porsche-Fahrers beinahe ebenso Kleinkram wie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Sie spürt dem Verdacht nach, ob Ernst ungerechtfertigter Weise Dienstreisen auf Kosten des Bundestages abgerechnet hat. Der neue Vorwurf, Ernst habe der Manipulation bei internen Wahlen Vorschub geleistet und das Karteileichentum bei der Linken zum eigenen Vorteil genutzt, ist starker Tobak; zumal aus den eigenen Reihen kommend. Bewahrheitete sich der Verdacht, den die Parteispitze nur bedingt überzeugend als Racheakt Einzelner hinstellen wollte, stünde Ernst schlimm da. Der Mann ist Gegenwind gewohnt. Dieser hier könnte ihn vom Platz fegen.

P2News/Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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