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Landwirte am Öko-Gängelband

Naturschutz muss seinen hohen Stellenwert behalten. Wenn sich Umweltminister Sigmar Gabriel diesem Ziel verpflichtet fühlt und den Schutz der Artenvielfalt und der natürlichen Umgebung ausbauen will, bekommt er dafür sicher den Beifall der meisten – einschließlich der Landwirte. Es ist wie immer eine Sache der Methode. Beim neuen Umweltgesetzbuch verlässt sich Gabriel zu sehr auf die Regelwut seiner Beamten, statt Naturschutz mit Maß und Ziel zu betreiben. Statt harter Eingriffe in die Eigentumsrechte der Landwirte könnte der Umweltminister stärker auf den Vertragsnaturschutz setzen und die Bauern für ihre Anstrengungen auf diesem Feld entlohnen. Das bringt mehr als die kalte Enteignung von Grundstücksflächen. Die Landwirte sind freilich auch nicht schuldlos. Noch immer dominiert bei ihnen der Grundsatz, dass Ertrag vor Umweltschutz geht. Hinzu kommt, dass die Bauern über die Garantiepreise der EU, über Produktionsquoten sowie die merkwürdige Flächenpolitik der Kommission aus staatlichen Töpfen Geld für eine Überproduktion und eine zu hohe Belastung der Böden mit Düngemitteln und Pflanzengift erhalten. Damit muss nicht nur im Sinne von Umwelt- und Naturschutz Schluss gemacht werden. Das brächte mehr als die ökologische Gängelung der Landwirte.

Rheinische Post

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