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Ex-Bahn-Chef Ludewig kritisiert Bundesregierung

Der ehemalige Chef der Deutschen Bahn Johannes Ludewig hat scharfe Kritik an der Bundesregierung geübt und vor einem Scheitern der Privatisierung der Deutschen Bahn gewarnt. “Es ist nicht Sache des Eigentümers, Tarifverhandlungen zu führen”, kritisierte er im Interview mit stern.de, der Online-Ausgabe des Hamburger Magazins das Vorgehen bei den Tarif-Gesprächen mit den Lokführern. “Tarifverhandlungen in einem Ministerium zu führen, diese Ortswahl ist für sich genommen schon als sehr befremdlich einzustufen.”

Der Kompromiss mit den Lokführern, der unter anderem Lohnsteigerungen von bis zu elf Prozent vorsieht, wird nach Ansicht von Ludewig “die Wettbewerbssituation der Deutschen Bahn gerade zum Hauptkonkurrenten Straße erkennbar verschlechtern”. Der Regierung warf er vor, mit ihrer Einmischung gegen “die Grundsätze guter Unternehmensführung” verstoßen zu haben. “Die Politik mischt sich ja auch nicht in Verhandlungen zwischen der Telekom und Verdi ein”, sagte er zu stern.de.

Ludewig warnte gleichzeitig vor einem Scheitern der Privatisierung: “Die Bahn würde gerade zu einem so wichtigen Zeitpunkt, zu dem sich der europäische Markt öffnet und sich die Unternehmenslandschaft ganz neu strukturiert, ihre unternehmerischen Chancen mangels Eigenkapital nicht nutzen können”, so der ehemalige Bahn-Chef. “Entweder die Deutsche Bahn spielt dabei mit, oder aber sie überlässt neue Chancen auf diesem Gebiet – auch in Deutschland – anderen.”

stern

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