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Ein Intelligenztest für Zuwanderer – Gehts noch?

Markus Ferber

Ein Intelligenztest für Zuwanderer? Interessanter Vorschlag. Aber wie wäre es vorher mit einem Intelligenztest für Abgeordnete in deutschen Parlamenten? Oder mit einer verpflichtenden Absurditätsprüfung für öffentliche Politikeräußerungen in den Sommermonaten bei Temperaturen über 25 Grad? Ganz im Ernst. Die Idee von zwei Unionspolitikern aus der zweiten und dritten Reihe, bezeichnenderweise über das führende deutsche Intelligenzblatt „Bild“ ventiliert, sollte schnellstens im sich auftuenden Sommerloch entsorgt werden. Abgesehen davon, dass IQ-Tests wissenschaftlich nicht unumstritten sind: Als Methode zur durchaus legitimen Steuerung der Zuwanderung nach nationalen Interessen und im weltweiten Wettbewerb um die besten Köpfe wären sie diskriminierend und beleidigend. Ein – zum Beispiel – indischer Software-Ingenieur, der sich einem Intelligtenztest unterziehen soll, bevor er in Deutschland arbeiten darf? Seltsame Vorstellung. Zudem transportiert der Vorschlag der Herren Trapp (CDU) und Ferber (CSU) die unanständige und pauschale Unterstellung, in Deutschland lebten bereits zu viele Ausländer mit zu geringer Intelligenz. Botschaften dieser Art sind bestens geeignet, Verbitterung und Kränkung zu erzeugen, der beste Weg, Ausländerghettos und Parallelgesellschaften zu konservieren. Zur Bewältigung der nicht wegzudiskutierenden Integrationsprobleme tragen solche vulgärdarwinistischen Vorschläge nicht bei. Wie Integration geht, beweist doch zurzeit die Nationalelf in Südafrika. Özil, Boateng und Podolski zeigen bei der Fußball-WM Spitzenleistung für Deutschland, ganz ohne IQ-Test.

P2News/General-Anzeiger

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