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Zeichen aus Cancun

In der Schlussphase gab es dann doch noch eine positive Überraschung: Der Klimagipfel in Cancun fasste in der letzten Nachtsitzung drei wichtige Beschlüsse: Alle 190 Teilnehmerstaaten sind sich erstmals einig, dass die globale Temperatur nicht mehr als zwei Grad ansteigen darf. Außerdem wurde ein globales Waldschutzprogramm beschlossen und ein „grüner Fonds“, mit dem die Wald-Rettung finanziert werden soll und die armen Länder ihre Klimaschutz-Maßnahmen bezahlen können. Ab 2020 sollen sie von den Industriestaaten dafür 100 Milliarden Dollar erhalten – jährlich! Das wäre ein gewaltiger Fortschritt. Bei der nächsten Konferenz, 2011 in Südafrika, soll ein Nachfolge-Protokoll zum Kyoto-Prozess beschlossen werden. Diesen überraschenden Kompromiss hatten die meisten Konferenzbeobachter und vor allem die kritischen Umweltverbände nicht mehr für möglich gehalten. Die UNO hat sich in Cancun in letzter Minute als handlungsfähig erwiesen und der Welt gezeigt, dass wenigstens kleine Fortschritte beim „Überlebensthema der Menschheit“ (Angela Merkel) im Kampf gegen den Klimawandel möglich sind. Die Weltklimakonferenz hat erneut offenbart, dass der politische Fortschritt eine Schnecke ist, aber immerhin bewegt sich die Schnecke jetzt in die richtige Richtung. Entscheidend wird – wieder einmal – sein, ob und wie die Beschlüsse umgesetzt werden und ob den schönen Worten künftig auch Taten folgen. Immerhin: Schon Ende Oktober hat die UNO-Artenschutzkonferenz große Fortschritte erzielt – und jetzt der Klimagipfel wiederum kleinere. Das Trauma von Kopenhagen 2009, das totale Desaster der letzten Weltklimakonferenz, scheint überwunden. Jetzt müssen Bürger und Bürgermeister, nationale Regierungen und Firmen konkret und praktisch umsetzen, was die UNO in Cancun beschlossen hat. Neue Wohlstandsformen jenseits der alten Wachstumsideologien müssen ausprobiert und realisiert werden. Wenigstens noch eine Hoffnung – und eine Gnadenfrist für das Leben auf unserem Planeten.

P2News/Rheinische Post

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