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Wulff traut sich Amt des Bundeskanzlers nicht zu

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) traut sich das Amt des Bundeskanzlers nicht zu. „Mir fehlt der unbedingte Wille zur Macht und die Bereitschaft, dem alles unterzuordnen,“ sagte Wulff in einem Interview mit dem Magazin stern. „Ein guter Landespolitiker ist noch lange kein guter Kanzler.“ Er beziehe aus Machtpositionen keinen „Lustgewinn“, sagte Wulff. „Ich habe ein distanziertes Verhältnis zur Macht, eher respektvoll-demütig“. Als „Alphatiere“ der deutschen Politik sehe er Angela Merkel, Franz Müntefering und Roland Koch. Er selbst habe sich dafür „zu viele Selbstzweifel erhalten“. Wulff verneinte auch jegliche Ambitionen, als Minister in ein Kabinett Merkel einzutreten. „Auf mich wartet in Berlin niemand“, sagte er in dem stern-Interview.

Wulff ist einer von vier stellvertretenden CDU-Vorsitzenden. Er galt bislang als aussichtsreichster Rivale Angela Merkels. Erst vor kurzem hatte er sein Amt als niedersächsischer CDU-Landeschef abgegeben, um sich stärker in die Bundespolitik einzumischen.

Wulff riet zugleich dazu, CDU-Vorsitz und Kanzlerschaft in der Hand von Angela Merkel zu belassen. Für eine Ämtertrennung fehle es ihr an Vertrauen. „Ein Vertrauensverhältnis hätte sie vielleicht zu ihrer Büroleiterin Beate Baumann, aber die würde die Partei wohl nicht als Vorsitzende tolerieren.“

Über sein Verhältnis zu Merkel sagte Wulff: „Ich werde nie meine eigene Meinung an der Garderobe abgeben, sondern vertrete sie auch dann, wenn die Kanzlerin mal gegenteiliger Meinung ist.“ Mit „Deckungsgleichheit“ könne er „nicht immer dienen“. Er werde nun „vermehrt Position beziehen können“, wenn er den Eindruck habe, „dass die CDU-Politik in der Großen Koalition auf der Strecke bleibt“. Man brauche „neues Vertrauen der Leistungsträger, der Familien, der Arbeitnehmer und der Mittelständler“. Wulff fügte hinzu: „Es reicht nicht, einseitig über das Verteilen zu diskutieren. Da spüren CDU-Wähler Schmerzen, weil sie das in der Großen Koalition nicht erkennen können. Wir müssen uns mehr anstrengen. Wir dürfen uns nicht larmoyant im Hier und Jetzt einrichten.“ Die CDU habe ihre stärksten Phasen immer dann gehabt, „wenn sie vermeintlich Unpopuläres durchgesetzt und mehrheitsfähig gemacht hat“.

stern, P2news

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