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Wulff in Warschau

Mit seinem Besuch in Warschau hat Bundespräsident Christian Wulff an Willy Brandts Kniefall vor 40 Jahren erinnert. Was in den vergangenen vier Jahrzehnten in den deutsch-polnischen Beziehungen passiert ist, lässt das Visionäre an Brandts Geste noch mehr erstrahlen. Deshalb ist es wichtig, immer wieder daran zu erinnern. Christian Wulff, wie sein Amtskollege Bronislaw Komorowski nach dem Krieg geboren, verriet auch, wie sehr ihn der historische Moment als Elfjährigen beeindruckte. Als Brandt damals in das kommunistische Polen reiste, war die Atmosphäre frostig. Das Foto von seinem Kniefall ging um die Welt – nur in den polnischen Zeitungen war es nicht zu sehen. Einen guten Deutschen konnten die Machthaber nicht gebrauchen. Heute ist alles ganz anders. Bronislaw Komorowski und Christian Wulff eint eine herzliche Freundschaft – seit Wulffs Amtsantritt vor knapp einem halben Jahr haben sie sich schon mehrfach getroffen. Das Bild der Polen von den Deutschen hat sich seit dem EU-Beitritt des Nachbarlandes positiv gewandelt. Und nur 14 Prozent der Polen sehen die Deutschen heute noch als Bedrohung. Das alles ist auch deshalb so gekommen, weil Brandt 1970 den Mut zu einer Geste der Demut fand.

P2News/Rheinische Post

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