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Wirtschaftsstandort-Ranking Die Besten im Westen

Die Dresdner können es gelassen sehen: Zwar schneidet in dem von der Unternehmensberatungsgesellschaft Ernst & Young jetzt vorgelegten Städtevergleich die sächsische Landeshauptstadt schlechter als Leipzig ab. Doch hat sich Elbflorenz erst gut vor einem halben Jahr bei dem Ranking der Initiative Soziale Marktwirtschaft als dynamischster Standort Deutschlands durchgesetzt. Es steht also wieder Unentschieden, um im Fußballjargon zu bleiben. Oder? Ganz so einfach wie auf dem Spielfeld geht die Rechnung nicht auf. Denn entscheidend sind, wie die zwei Beispiele zeigen, die Regeln. Und die sind bei allen Erhebungen im Gegensatz zu dem Spiel mit dem runden Leder unterschiedlich. Was wiederum die Vergleichbarkeit so schwierig macht und die Frage nach Sinn und Unsinn solcher Umfragen stellt. Wenn Hannover mit seinen Naherholungsgebieten punktet und sich dadurch auf einen vorderen Rang schiebt, ist das mit Sicherheit ein unwichtigeres Kriterium für Standorttreue und Wirtschaftsansiedlungen als günstige Immobilienpreise in Leipzig. Das eine sind nämlich weiche, das andere harte Wirtschaftsfaktoren. Ein Unternehmen wird sich aber immer dort ansiedeln, wo es am besten Geld verdienen kann. Danach richten sich die Entscheidungen. Das soll allerdings nicht heißen, dass Kultur- und Freitzeitwerte keine Bedeutung haben und alles nur in Heller und Pfennig aufgerechnet wird. Es kommt nämlich immer auf die Mischung an. In der Studie – und im richtigen Leben. Vergleiche jedenfalls können durchaus sinnvoll sein. Sie sind Indizien für Stärken und Schwächen eines Standortes. Das gilt natürlich auch für die Ernst & Young-Studie. Dass Leipzig und Dresden dabei im Vergleich der 20 größten deutschen Städte nur einen Mittelfeldplatz belegen, zeigt, dass noch viel getan werden muss, obwohl beide Kommunen bereits als Leuchttürme des Ostens gelten und die neuen Bundesländer auf Wachstumskurs trimmen sollen. Deshalb können die Stadtoberen mit dem Ergebnis alles andere als zufrieden sein. Im Gegenteil: Leipzig und Dresden müssen sogar besser sein als die Besten im Westen. Nur dann gelingt auf absehbare Zeit die Angleichung des Lebensstandards. Daher stimmt es auch so nachdenklich, wenn ostdeutsche Unternehmer die Wirtschaftsförderung kritisieren. Denn sie ist ein wesentliches Moment, damit die neuen den Anschluss an die alten Länder schaffen. Und so sind wir wieder beim Fußball: Nur die Spitzenteams haben sprudelnde Einnahmen, um erfolgreich in der Zukunft mitzuspielen.

Leipziger Volkszeitung, P2news

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