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WG statt Altenheim

Da ist sie wieder, die Vision vom perfekten Alterswohnsitz: Kommune statt Seniorenheim. Rotwein statt Hagebuttentee. Das hat was.

Spätestens seit Henning Scherf, Bremens Ex-Bürgermeister, sein Leben in der Alters-WG vor Talkmastern verkaufte, erwischte sich manch einer – fünfzig-plus, Single, kinderlos – bei dem Gedanken:
Eine WG, das wär‘ die Hilfe gegen die Angst, die Einsamkeit.

Gute Sache, nur scheiterte sie bisher an der Umsetzung. Nicht einmal 5000 Senioren deutschlandweit leben in WGs, wohl auch, weil sie nicht ausreichend gefördert werden. Doch nicht nur das. Oft fehlt
den Menschen schlicht der Mut. Wer das Individuelle gelebt hat, kann sich nicht auf Kommando als Kommunarde fühlen. Der Wunsch ist da, doch dann die bange Frage: Passen die da zu mir? Wer sportlich ist, will keinen Stubenhocker neben sich. Für jeden Öko ist ein Raucher
Gift.

Selbst, wenn wir unsere Egoismen überwinden, bleibt dennoch die Frage, ob eine WG auch eine Alternative für Pflegebedürftige ist. Wenn ja, muss noch viel geschehen. Ohne reichlich Profi-Kräfte läuft
da nichts.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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