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Westerwelle in der Türkei

Bundesaußenminister Guido Westerwelle gab sich am Bosporus ungewöhnlich einsilbig. Er lobte die Gastgeber für ihre Vermittlungsbemühungen im Atomstreit mit dem Iran und erklärte den Streit um den israelischen Angriff auf die für Gaza bestimmten Schiffe für beendet. Der türkische Wunsch eines EU-Beitritts spielte bei den Gesprächen keine Rolle. Im Vorfeld seiner Reise hatte Westerwelle der Türkei die EU-Reife abgesprochen. Das klingt anders als im Januar, als er bei seiner Ankara-Visite von offenen Beitrittsverhandlungen gesprochen hatte. Damit hat Westerwelle einen neuen Streit in der Koalition vermieden. Die Union will nur eine privelegierte Partnerschaft mit der Türkei. Stunden vor Westerwelle hatte sich der britische Premier David Cameron als leidenschaftlicher Befürworter eines Türkei-Beitritts in die EU geoutet. Die Europäer sind in dieser Frage gespalten – wie lange lassen sich die Türken hinhalten, bevor sie sich neu orientieren? Inzwischen halten sie Distanz zu Israel, ergreifen Partei für die Hamas in Gaza und besinnen sich verstärkt auf ihre muslimischen Nachbarn. Das liegt nicht im europäischen Interesse.

P2News/Westfalen-Blatt

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