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Wenn sich die Welt plötzlich dreht

Die Anfälle kommen plötzlich. Dann verwandelt sich die Umgebung in ein schwankendes Schiff. Der Boden kippt unter den Füßen weg. Nirgends findet man Halt. Hinzu kommen Übelkeit und Erbrechen. Anna Bott, 65-jährige Rentnerin aus Stuttgart, ist einmal während des Spätzle-Schabens am Topf mit kochendem Wasser zusammengebrochen. Sie leidet seit einem Vierteljahrhundert unter Morbus Menière, einer Erkrankung des Ohres. Vermehrte Flüssigkeit im Innenohr führt zu erhöhtem Druck. Das schädigt das Gleichgewichts- und das Hörorgan. Da die Ursache der Erkrankung nicht bekannt ist, gibt es bis heute keine heilende Therapie. Die Medizin kann lediglich die Symptome lindern.

Einer von 1000 Menschen ist Schätzungen zufolge betroffen. Pro Jahr gibt es nach Angaben des Leitenden Oberarztes der Tinnitus-Klinik „Dr. Hesse“ in Arolsen, Helmut Schaaf, 3200 bis 9000 Neuerkrankungen in Deutschland. „Es trifft vor allem Menschen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr“, sagt Helmut Schaaf. Anna Bott, die der Selbsthilfeorganisation „Kontakte und Informationen zu Morbus Menière Patienten, KIMM e.V.“ vorsteht, passt genau ins Raster. Die ersten Symptome zeigten sich bei ihr im Alter von 36 Jahren. Mit der Zeit hat sich ihre Krankheit gewandelt. „Jetzt kommen die Anfälle öfter und kürzer“, sagt sie. Für den Fall, dass sie plötzlich auf der Straße zusammenbricht, hat sie stets den Pass vom KIMM in der Tasche. „Ich bin nicht betrunken, ich habe Morbus Menière“, steht darauf und die Bitte, sie nach Hause zu bringen.

Die Diagnose der Krankheit, die nach dem französischen Arzt Prosper Menière benannt wurde, der sie vor 150 Jahren das erste Mal beschrieb, ist langwierig und schwierig. „Im Anfangsstadium müssen nicht alle drei typischen Symptome auftreten“, sagt der Hals-Nasen-Ohrenarzt und Buchautor Helmut Schaaf. Dazu gehören Schwindelanfälle mit unstillbarem Erbrechen, zunehmender Hörverlust sowie in der Regel ein tief klingender Tinnitus. Menière-Patienten zittern mit den Augen und können feste Gegenstände während des Anfalls nicht fixieren. Die Symptome ähneln denen von wesentlich häufiger vorkommenden Krankheiten wie der vestibulären Migräne, sagt Helmut Schaaf. Als Auslöser der Anfälle werden Stress, seelische Belastung und eine überschießende Reaktion des Immunsystems vermutet. Unklar ist nach den Worten des Experten, ob die Krankheit überhaupt im Innenohr ihren Ursprung hat. Verarbeitungsprobleme im Mittelohr könnten sich im Innenohr niederschlagen.

P2News/ApoRisk GmbH

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