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Wenn mehr nicht genug ist: Investmentbanker sind Triebtäter

Was bringt Manager, Börsianer, Banker dazu, gewissenlos zu manipulieren, hemmungslos zu spekulieren und jahrelang das große Rad des Geldes zu drehen ohne Vorsicht und ohne Rücksicht auf andere? Es ist die von ihnen selbst nicht mehr kontrollierbare Jagd nach MEHR. Sie sind – so der amerikanische Psychiater Peter C. Whybrow in seinem Buch WENN MEHR NICHT GENUG IST – psychisch krank, sind Süchtige, sind Triebtäter.

„Ich entdecke in dieser hektischen Jagd … die Symptome einer ernsthaften psychischen Erkrankung“ , schreibt Whybrow, “ einer geistigen Dysfunktion, der Manie. Diese beginnt mit einem erregenden freudigen Gefühl, gaukelt höchste Leistungsfähigkeit vor und kippt dann um in Rücksichtslosigkeit, Reizbarkeit und Verwirrungszustände, gefolgt von dem Absturz in die Depression.“

Eine Manie ist der Depression eng verwandt, ist ihr Gegenpol, ist bi-polar: Während in der manischen Phase normales Glücksempfinden – aufgrund eines wahnhaften Selbstgefühls – zu einer riesenhaften Blase anschwillt, schwindet in einer depressiven Phase jegliche Energie, jedes positive Denken. Diesen Absturz erleben wir jetzt – Tag für Tag.

„In der Fachsprache nennt man diesen Zustand dysphorisch – unbehaglich“, so Whybrow weiter, “ es ist offensichtlich, dass wir auch kollektiv zu einem dysphorischen Zustand unterwegs sind. Ohne es zu merken, haben wir in unserer gnadenlosen Jagd nach dem Glück den Bogen überspannt und eine manische Gesellschaft, eine wahnsinnige Gesellschaft, mit unersättlichem Appetit geschaffen. Amerikas Utopie einer Schönen Neuen Welt, dieser Traum, dass materieller Erfolg mit persönlicher Zufriedenheit gleichzusetzen sei, dass technischer Fortschritt der Schlüssel zu sozialem Fortschritt bedeute – diese heutzutage kommerziell kalkulierte illusionäre Verheißung unendlicher Chancen, dieser Traum ist in einem Mischmasch aus manischer Lust und depressivem Trübsinn versumpft.“

Schlimmer noch, so Whybrow. Die mindestens 1000 Milliarden Dollar, mit denen der amerikanische Staat und andere Länder den Morast der Gier nun austrocknen wollen und müssen, gehen zu Lasten des Steuerzahlers, des einfachen Bürgers.

Kurz: Die große Gier da oben stürzt die da unten in die Depression. Um diesem zerstörerischen Wahn zu entkommen, bedarf es laut Whybrow der Zügelung des Appetits, der Balance, der Sparsamkeit, der Reduzierung des Tempos, der Rückbesinnung auf die wahren Werte des Lebens.

Vedra Verlag München, P2news

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