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Weltfinanzgipfel: G-20 nicht ausreichend

VENRO fordert stärkere Beteiligung armer Länder

Obwohl die armen Länder eindeutig zu den Verlierern der globalen Finanzkrise gehören, findet ihre Stimme bei internationalen Verhandlungen kaum Gehör, kritisiert der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) anlässlich des Weltfinanzgipfels in Washington am 15. November.

„Arme Länder sind jetzt stark von einer Krise betroffen, die durch Fehler in reichen Ländern verursacht wurden. Einigen Entwicklungsländern drohen neue Schuldenkrisen und Rückschritte bei der Armutsbekämpfung. Sie müssen an der Lösungssuche beteiligt werden, wenn wir eine globale Antwort auf die Finanzkrise finden wollen. Das geeignete Forum dafür sind die Vereinten Nationen“, so die VENRO-Vorstandsvorsitzende Claudia Warning.

„Beim G20-Gipfel müssen die Industrieländer zumindest dafür sorgen, dass Management-Fehler vergangener Finanzkrisen sich nicht wiederholen“, betont Warning. So hatten die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) im Rahmen von Rettungspaketen diktierten Strukturanpassungsmaßnahmen verheerende Folgen für arme Menschen in Entwicklungsländern, da der IWF auf die Kürzung von Sozialausgaben und öffentlichen Investitionen bestand.

„Die Finanzkrise hat gezeigt, dass es möglich ist, innerhalb kürzester Zeit Milliardenbeträge aus Steuermitteln zur Rettung des Bankensystems aufzubringen. Deshalb ist es ein Skandal, dass die Politik seit Jahrzehnten an hohlen Versprechungen zur Bekämpfung der Armut festhält, ohne entschlossen zu handeln“, sagt Warning. Nach Angaben der Deutschen Stiftung für Weltbevölkerung (DSW) sterben jeden Tag etwa 24.000 Menschen in Entwicklungsländern an Hunger und Unterernährung. Dies müsste Grund genug für entschlossenes Handeln sein.

Die Bundesregierung stellt zurzeit neun Milliarden Euro jährlich für die Armutsbekämpfung zur Verfügung – erforderlich und zugesagt sind 18 Milliarden Euro. „Der Weltfinanzgipfel in Washington und die UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in Doha Ende November dieses Jahres bieten der Bundesregierung reichlich Gelegenheit, zu zeigen, dass sie mehr leisten kann, als das Bankensystem zu retten“, so das Fazit des Verbandes.

P2News

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