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Welt-Aids-Tag: Aids-Medikamente für Entwicklungsländer

Menschen in den Entwicklungsländern, die HIV-infiziert oder aidskrank sind, brauchen vor allem eines: einen kostengünstigen Zugang zu Medikamenten. Ein Projekt in Tansania zeigt, wie das gehen kann.

Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Aids ist die Entwicklung und Herstellung von Medikamenten dort, wo sie gebraucht werden. Das heißt, in den ärmsten Ländern der Welt. Zwar dürfen die am wenigsten entwickelten Länder Nachahmerprodukte, so genannte Generika, herstellen. Was fehlt, sind jedoch die nötigen Fachkenntnisse.

„Deshalb müssen wir vor Ort in den Entwicklungsländern Kompetenzen schaffen und Personal schulen“, fordert Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul.

Tansania: Medikamente selbst entwickeln

Am Welt-Aids-Tag, also am 1. Dezember, wird in Dar es Salaam in Tansania deshalb ein Zeichen gesetzt. Dort eröffnen das deutsche Medikamenten-Hilfswerk action medeor und die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) ein pharmazeutisches Forschungs- und Entwicklungslabor. Das Projekt hat ein Volumen von einer Million Euro. 550.000 Euro kommen dabei vom Bundesentwicklungsministerium.

Dieses Labor ist die Grundlage für selbstbestimmtes Forschen und Entwickeln von Medikamenten. Es bildet Pharmaziestudenten aus, treibt die universitäre Forschung und Entwicklung voran, bildet pharmazeutische Fachkräfte aus der Industrie weiter und betreibt Produktentwicklung.

Neben neuen Medikamenten werden dort auch spezielle Aids-Medikamente für Kinder entwickelt. Zentraler Bestandteil des Labors ist eine Tablettenpresse, die extra für Forschungszwecke gebaut wurde.

Bernd Pastors von action medeor meint dazu: „Das Forschungs- und Entwicklungslabor steht für Technologie- und Know-how-Transfer. Es schafft Hoffnung für Kinder und Unabhängigkeit vom Patentschutz. Denn das Wissen aus diesen neuen Entwicklungen soll der Allgemeinheit ohne Bedingung und kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Für uns hat dieses Projekt Modellcharakter und ist im Kampf gegen Aids ein wichtiger Baustein.“

Täglich sterben etwa 5.700 Menschen an Aids, durchschnittlich 6.800 Menschen infizieren sich neu. Nach Schätzungen von UNAids, dem gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen zu HIV/Aids, lebten im letzten Jahr über 33 Millionen Menschen weltweit mit einer HIV-Infektion.

Erstmals zeigt sich jedoch eine bessere Entwicklung. Die Anzahl der Menschen, die an Aids sterben, ist in den letzten zwei Jahren rückläufig. Waren es im Jahr 2005 noch 2,2 Millionen Menschen, so ist diese Zahl 2007 auf circa 2 Millionen zurückgegangen. Zum Teil ist dies auch auf den verbesserten Zugang zur Behandlung von Aids zurückzuführen.

Deutschlands Engagement

Deutschland hat in den letzten Jahren die Mittel zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria kontinuierlich erhöht. 2008 und in den kommenden Jahren stellt das Bundesentwicklungsministerium 500 Millionen Euro pro Jahr dafür bereit. Bis zum Jahr 2015 sind vier Milliarden Euro vorgesehen.

Diese Mittel werden in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit und über multilaterale Organisationen eingesetzt. Ein Teil der Mittel fließt in den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GF). Deutschland ist einer der größten Geber.

P2News

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Ein Kommentar

  1. Besonderes Augenmerk gilt der Koinfektion von HIV und TB. die BBC hat hierzu eine sehr eindringliche und interessante Dokureihe gemacht. Teile der Doku sind über youtube zu sehen.
    http://www.youtube.com/watch?v=Bhpn3WD_uHQ

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