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Was kosten uns die Kinder?

Es ist ein Teufelskreis. Je ärmer die Kommune, je größer der Anteil der armen Kinder, desto schlechter, willkürlicher und teurer ist das Betreuungs- und Bildungsangebot. Zwar überweisen Bund und Länder Milliarden für den Ausbau der so genannten U3-Betreuung, um 2013 einen Rechtsanspruch garantieren zu können. Doch die bitterarmen Kommunen im Ruhrgebiet können ihren Eigenanteil nicht aufbringen. Sie haben – vor allem, wenn sie unter Finanzaufsicht stehen – keine Spielräume für zusätzliche Ausgaben. Was also bleibt diesen Kommunen übrig, als zu knausern, umzuschichten, zu streichen, wo es gerade nicht auffällt? Ohnehin ist nur die Rede von Quantität, von Betreuungsquoten und Prozentzahlen. Die Debatte über zu viele skandalös schlechte Einrichtungen, über zu große Gruppen, in denen nun auch Kleinkinder krabbeln oder über pappiges, aufgewärmtes Mittagessen – wo überhaupt kein Geld da ist, wird diese Qualitätsdebatte erst gar nicht geführt. Ob es um Hartz-IV-Sätze geht, um Familienpolitik oder Bildung und Erziehung: Im Mittelpunkt steht stets die Frage: Was kosten uns die Kinder? Dabei müsste die einzige Frage, die über die reine Mangelverwaltung hinausgeht, lauten: Was sind uns, der Gesellschaft, die Kinder wert?

P2News / WAZ

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