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Warum die Langhalssaurier so gigantisch groß werden konnten

Warum konnten die so genannten sauropoden Dinosaurier so viel größer werden als heutige Landtiere? Eine Forschergruppe unter Leitung der Universität Bonn scheint dieses Rätsel gelöst zu haben. Ein Schlüssel zum Riesenwuchs war demnach die jurassische Fast-Food-Kultur: Die Riesendinos kauten ihre Nahrung nicht, sondern schlangen sie einfach herunter.

Es gibt eine einfache Faustregel: Je größer ein Tier ist, desto mehr Zeit verbringt es mit Fressen. Elefanten beispielsweise sind rund 18 Stunden täglich damit beschäftigt, ihren gewaltigen Appetit zu stillen. Daraus ergibt sich ein schwer zu erklärendes Paradoxon: Die sauropoden Dinosaurier waren nämlich so groß, dass der Tag 30 Stunden hätte haben müssen, damit sie ihren Kalorienbedarf decken konnten.

Des Rätsels Lösung könnte sein, dass Riesendinos ihre Nahrung nicht kauten. Das vermutet zumindest eine internationale Forschergruppe um den Bonner Paläontologen Professor Dr. Martin Sander in den „Biological Reviews“ (doi: 10.1111/j.1469-185X.2010.00137.x). Kauen hilft, zwar die Nahrung schneller zu verdauen. Gleichzeitig kostet Kauen aber Zeit.

Außerdem gilt: Wer kaut, braucht einen großen Kopf – schließlich müssen Mahlzähne und Muskulatur irgendwo untergebracht werden. Die Pflanzen fressenden Riesendinosaurier hatten jedoch relativ kleine und leichte Schädel. Erst diese Tatsache ermöglichte ihnen die Ausbildung extrem langer Hälse. Dank dieser Hälse wiederum mussten sie ihren 80-Tonnen-Körper nicht permanent auf der Nahrungssuche über die jurassische Savanne wuchten: Sie blieben einfach stehen und nutzten ihren beweglichen Hals, um die Umgebung abzugrasen.

Der Verdauungsvorgang selbst dürfte bei den Riesendinos aufgrund der fehlenden Mahlzähne einige Tage gedauert haben. Ihre Mägen waren aber so groß, dass sie dennoch rund um die Uhr genügend Energie lieferten. Der Stoffwechsel der gigantischen Tiere war zudem ausgesprochen leistungsfähig. So verfügten sie über eine erstaunlich ausgefeilte Lunge, die bei weitem effektiver war als die des Menschen.

P2News/Universität Bonn

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