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Von der Leyen: Wiedereinsteigerinnen haben die jetzt gefragte Kompetenz

Bundesfrauenministerium und Bundesagentur für Arbeit starten 17 Modellprojekte – Internetportal vermittelt spezielle Angebote für Frauen mit langen beruflichen Auszeiten

Die Bundesregierung will Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Familienpause stärker unterstützen: Zum Internationalen Frauentag 2009 startet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit 17 ausgewählte Modellprojekte, die Frauen nach einer mehrjährigen Auszeit beim Wiedereinstieg in den Beruf helfen. Außerdem geht ein Internetportal online, das den Frauen den Weg zu speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Informations- und Beratungsangeboten zeigt. Modellprojekte und Lotsenportal sind Teil des Aktionsprogramms „Perspektive Wiedereinstieg“ der Bundesregierung, das drei Jahre lang mit 30 Millionen Euro gefördert wird (14 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), kofinanziert von der Bundesagentur für Arbeit sowie Trägern und Kommunen).

„Auch in der Wirtschaftskrise suchen Unternehmen hoch motivierte und gut ausgebildete Fachkräfte. Die meisten Wiedereinsteigerinnen verfügen über qualifizierte Abschlüsse und bringen neben hoher Einsatzbereitschaft jene sozialen Kompetenzen mit, die gerade in schwierigen Unternehmensphasen Gold wert sind“, sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen. „Trotzdem ist es für Frauen oft nicht einfach, nach einer familienbedingten Auszeit den Einstieg zu schaffen. Mit der Initiative ‚Perspektive Wiedereinstieg‘ wollen wir Frauen, die Chancen suchen und Unternehmen, die Chancen bieten, zusammenbringen. Mit der Bundesagentur für Arbeit haben wir einen starken Partner an unserer Seite, der seine langjährige Fachkompetenz in das Projekt einbringt.“

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise: „Mit unserer Beteiligung an den Wiedereinsteigerinnen-Projekten betreten wir zumindest teilweise Neuland. Uns ist es aber sehr wichtig, Frauen unbürokratisch zu beraten und zu unterstützen, die wieder arbeiten möchten. Wir werden – wo immer erforderlich – diese Frauen auch mit beruflicher Weiterbildung fördern. Damit trägt die BA auch maßgeblich zur Kofinanzierung dieses wichtigen Projekts bei.“

Die 17 Modellprojekte sollen drei Grundaufgaben wahrnehmen:

* individuelle Betreuung und Förderung der Wiedereinsteigerinnen (Case Management)
* enge Kooperation mit Arbeitsagenturen, Arbeitgebern und Fortbildungseinrichtungen
* Einbinden der Partner und Familien der Frauen

So werden beispielsweise Muster-Betriebsvereinbarungen mit Arbeitgebern entwickelt, die Zusammenarbeit mit Personalverantwortlichen in Unternehmen gesucht und Workshops für Ehemänner angeboten, die ihre Frauen aktiv unterstützen wollen. Darüber hinaus setzt jedes Projekt eigene Schwerpunkte oder wendet sich an Zielgruppen wie Frauen mit besonderer Qualifikation oder Alleinerziehende. Konzepte, die sich in der Praxis besonders bewährt haben, sollen nach der Erprobungsphase von der Bundesagentur für Arbeit übernommen und bundesweit angewendet werden.

Zudem können sich bundesweit alle Frauen, unabhängig davon, ob sie im Einzugsbereich der 17 Modellprojekte wohnen, über das neue Lotsenportal www.perspektive-wiedereinstieg.de informieren. Das von Bundesfamilienministerium und Bundesagentur gemeinsam getragene Portal weist den Besucherinnen den Weg zu Beratungsangeboten und Programmen von Bund, Ländern, Kommunen und Arbeitsagenturen. Ein zentrales Angebot ist dabei der Wiedereinstiegscheck: Die Nutzerin beantwortet einige Fragen zu Lebenssituation und Lebensplanung und erhält nach wenigen Klicks ein individuell zusammengestelltes Informationspaket.

Eine Landkarte zeigt zudem die nächst gelegenen Beratungsstellen. Repräsentative Umfragen zeigen, dass 80 Prozent der nicht erwerbstätigen Frauen in Deutschland spätestens dann in das Berufsleben zurückkehren wollen, wenn die Kinder größer sind. Dennoch sind nur acht Prozent von ihnen arbeitsuchend gemeldet, da sie sich meist nicht als arbeitslos betrachten. Oft fehlen Angebote und Strukturen, die den Frauen Unterstützung auf dem Weg zurück ins Erwerbsleben bieten. Viele Frauen geben deshalb schon bei der Suche oder auch in den ersten Monaten im neuen Job wieder auf, da sie sich überfordert fühlen, sie oder ihr Arbeitgeber unrealistische Erwartungen haben oder nicht von ihrer Familie unterstützt werden.

P2News

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