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Viele kleine Sünderlein

Zum Schluss ist es wie im richtigen Leben: Keiner will es gewesen sein. Dabei gehören zu einem Aktien-Debakel, wie es die Anleger mit der Telekom erlebt haben, viele Sünder. Dreist ist es freilich, wenn der ehemalige Telekom-Sonnyboy Sommer jetzt nichts mehr von dem Begriff Volksaktie wissen will, obschon Manfred Krug alias Liebling Kreuzberg damit via TV auf Kleinanlegerfang geschickt worden war. Krug hat sich inzwischen entschuldigt. Dann sind da noch die Banken und der Finanzminister, die beide nicht schlecht gefahren sind mit dem dritten Börsengang. Wohl dem, der gut beraten war: Die 200 Millionen Aktien des dritten Börsengangs gingen zu 70 Prozent an Kleinanleger, während so mancher Profi, der für Versicherungen oder Fonds die Aktien-Einkäufe tätigte, die Finger davon ließ. Und schließlich, wir erinnern uns, kauften die Anleger zu einer Zeit, als Instant-Millionäre am Neuen Markt Furore machten. Das Risiko geriet völlig aus dem Blick – daran wird auch der Prozess um die Prospekthaftung nichts mehr ändern.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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