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Verkauf der Siemens IT-Sparte

In der Vorweihnachtszeit sind Anleger für positive Unternehmensnachrichten besonders empfänglich. Mit der Trennung von der lästigen IT-Sparte SIS traf Siemens den Nerv der Investoren. Die Börse honorierte den kompletten Verkauf der Konzerntochter an den französischen IT-Dienstleister Atos mit einem Kursplus von zeitweise 2,6%. Die Reaktion des Marktes ist nachvollziehbar, wird Siemens doch schneller als erwartet einen Bereich los, der zuletzt das Konzernergebnis deutlich verhagelte.

Siemens zahlt für diesen Befreiungsschlag allerdings einen hohen Preis. Die finanziellen Belastungen für den Dax-Konzern aus der Transaktion könnten den mit den Franzosen vereinbarten Kaufpreis von 850 Mill. Euro gar übersteigen. Die Münchener geben eine Mitgift von 300 Mill. Euro und kommen für weitere finanzielle Risiken auf, einschließlich der Pensionsverpflichtungen für die 32000 Beschäftigten von SIS. Zudem droht eine hohe Buchwertabschreibung.

Siemens zahlt abermals deutlich drauf, um ein Sorgenkind loszuwerden. Erinnert sei an die Mobilfunksparte. Am Ende stand die Insolvenz von BenQ Mobile, was Siemens einen Imageschaden einbrachte. So weit wird es mit Atos sicherlich nicht kommen, obgleich Skepsis angebracht ist, ob dieser Deal die Franzosen wirklich spürbar bei ihrer Ertragskraft voranbringt. So schaffte es Siemens zuvor nicht, SIS auf eine solide Basis zu stellen. Der Deal mit Atos ist das Eingeständnis eines unternehmerischen Scheiterns.

Aber das kann Siemens-Chef Peter Löscher verkraften. Schließlich überwiegen die strategischen Vorteile für die Münchener aus der jüngsten Aufräumarbeit bei den Altlasten. SIS zählte zu den größten operativen Risikofaktoren des Konzerns, der die Tochter künftig nicht mehr in seiner Bilanz konsolidieren muss. SIS und das ebenfalls krisengeschüttelte Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) sorgten in jüngster Vergangenheit wiederholt für hohe Mehrkosten inklusive Abschreibungen.

Mit dem Verkauf von SIS kommt Siemens ihrem Ziel einen Schritt näher, das Konzernergebnis von unliebsamen hohen Sonderbelastungen aus Nebenaktivitäten zu befreien. Auf der Agenda steht jedoch noch das schwierige Thema NSN. Sollte Löscher auch hier in absehbarer Zeit ein Ausstieg gelingen, wäre das ebenfalls eine gute Nachricht für die Siemens-Aktionäre.

P2News/Börsen-Zeitung

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