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Verdis trübe Bilanz

Der Krach, den eine Gewerkschaft bei Tarifverhandlungen schlägt, ist meist umgekehrt proportional zum Ergebnis, das sie erreicht. Das gilt einmal mehr für die Gewerkschaft Verdi. Sie hatte mit ihrem Warnstreik Pendler, Kinder und Eltern in Geiselhaft genommen, um für ein sattes Lohnplus bei Bund und Kommunen zu trommeln. Was hat Verdi erreicht? 2,3 Prozent mehr Lohn über zwei Jahre verteilt. Das ist nicht mehr, als die IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie rausholte, die in diesem Jahr ohne (überhöhte) Lohnforderung, ohne Streik und ohne Schlichter ausgekommen ist. Gleichwohl sollte Verdis Tarifkommission den Schlichterspruch annehmen. Mehr werden die Kommunen ohnehin nicht zahlen. Viele Städte stehen am Rand der Pleite, und die krisenbedingten Steuerausfälle werden erst jetzt richtig zu Buche schlagen. Für diese Städte sind 2,3 Prozent schon schwer verdaulich. Umso schlimmer, dass der Tarifvertrag ihnen keine Luft zum Atmen gibt. Not leidende Chemie- und Metall-Betriebe dürfen Arbeitzeiten kürzen oder Weihnachtsgeld stunden. Kommunen dürfen nur zahlen oder Stellen streichen. Hier müssen sich auch die Arbeitgeber fragen lassen, warum sie so phantasielos verhandelt haben.

P2News/Rheinische Post

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