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Unterschätztes Risiko – Vorbräunen im Solarium

Vor dem Strandurlaub in den bevorstehenden Osterferien noch ein paar Mal zum Vorbräunen ins Solarium gehen? „Keine gute Idee!“, sagt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der BARMER GEK. „Viele glauben zwar, sie könnten die Haut damit auf das Sonnenbaden im Urlaub vorbereiten und sogar vor Sonnenbrand schützen. Doch das ist ein gefährlicher Irrtum.“

Überflüssige Belastung der Haut
Die meisten Solarien arbeiten fast ausschließlich mit UV-A-Strahlung. Dadurch erfolgt in der Haut lediglich eine Sofortpigmentierung. Für wirksamere Schutzmechanismen wie die so genannte Lichtschwiele (die Verdickung der Hornhaut zum Schutz der oberen Hautschichten) oder die länger andauernde Bräunung durch Vermehrung des braunen Pigments sind UV-B-Strahlen nötig. Zwar gibt es inzwischen Studios, deren Geräte einen geringen Anteil UV-B-Licht abstrahlen – aber auch diese sind aus medizinischer Sicht nicht zu empfehlen. „Denn jede zusätzliche und überflüssige Belastung der Haut mit UV-Licht fördert die Alterung und erhöht das Hautkrebsrisiko“, betont Dr. Petzold.

Der beste Schutz: Sonnenbrand vermeiden
Diese Einschätzung teilt auch der Gesetzgeber. Erst Ende März hat der Bundesrat eine neue Solarienschutzverordnung beschlossen. Sie stellt unter anderem Qualitätsanforderungen an die Betreiber von Solarien, fordert eine fachliche Qualifikation für das Personal in Sonnenstudios, verbietet Minderjährigen die Nutzung von öffentlichen Solarien und regelt das Vorgehen bei Verstößen. Für Dr. Petzold ein Schritt in die richtige Richtung. „Mit dem Solarienverbot steigt die Chance, dass junge Menschen erst gar nicht zu Solariennutzern werden und so die Neuerkrankungszahlen von Hautkrebs langfristig sinken.“

Um in den kommenden Wochen und Monaten die Sonne dennoch zu genießen, empfiehlt Dr. Petzold die Haut so zu schützen, dass kein Sonnenbrand auftritt. Dafür ist es wichtig, den eigenen Hauttyp zu kennen. Einen entsprechenden Test gibt es in der aktuellen Online-Ausgabe der Mitgliederzeitschrift unter www.gesundheit-konkret.de. Zusätzlich rät Dr. Petzold allen Sonnenhungrigen:

– Möglichst UV-dichte Kleidung wählen. Dabei schützen dicht gewebte Stoffe besser als luftige, dunkle besser als helle.
– Unbedingt eine geeignete Sonnenbrille mit seitlichem Schutz (gewölbte Gläser oder breite Bügel) sowie mit UV 400-, 100% UV-Schutz- oder CE-Zeichen tragen.
– Eine lichtdichte Kopfbedeckung schützt vor Hitze und Sonnenstich.
– Unbedeckte Haut gründlich mit UV-Schutzmitteln eincremen. Dabei auf einen hohen Lichtschutzfaktor achten und 30 Minuten vor der Sonneneinstrahlung auftragen.
– Zwischendurch auch mal Pausen im Schatten einlegen, vor allem zwischen 11 und 15 Uhr

P2News/BARMER GEK

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