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Union zeigt Nerven

Nicht nur der Finanzminister, die gesamte Union zeigt Nerven. Die Umfragewerte sind miserabel. Und wenn am Montag Bundeskanzlerin Angela Merkel sich dem CDU-Parteitag als Vorsitzende zur Wiederwahl stellt, muss sie zumindest mit einer lauwarmen Dusche rechnen – das wäre auch der Fall, falls die Unbill ihren blassen General Gröhe träfe. Aber auch Merkels Vize können kaum mit Top-Ergebnissen rechnen. Denn die Wähler honorieren aus Sicht des konservativen Unionsflügels Merkels Kurs der verwaschenen Mitte nicht. Vor allem nehmen sie ihr die Entpolitisierung der Politik übel, wobei Merkel das wohl eher als eine Entideologisierung bezeichnen würde. In diesem Umfeld – selbst die Baden-Württemberg-Wahl könnte verloren gehen – wundert es nicht, wenn „informierte Kreise“ immer wieder Berichte über eine Kabinettsumbildung in die Welt setzen. Wobei die Stoßrichtung klar ist: Mit Wolfgang Schäuble würde der letzte stramme Konservative das Kabinett verlassen – und einem oder einer weiteren Merkel-Vertrauten Platz machen. Aus Sicht der Parteichefin war es ungünstig, dass diese Gedankenspiele so kurz vor dem Karlsruher Parteitag publik wurden. Denn dadurch steigt die Gefahr einer Abrechnung. Gleichwohl ist seit gestern klar: Wenn das Kabinett umgebildet wird, trifft es Schäuble.

P2News/Rhein-Neckar-Zeitung

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