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Umbruch in der Arabischen Welt, Obamas Zögern

Zugegeben: Der Vergleich ist unfair, aber er drängt sich auf. Als sich im Ostblock von Polen aus die Demokratie Bahn brach und der Eiserne Vorhang in den Staub fiel, zögerte Amerika keine Sekunde, um klar zu machen, welcher Seite die Sympathien gehörten. Doch jetzt, seit im arabischen Frühling Diktatoren taumeln, hat Washington erkennbar Mühe, mit dem atemberaubenden Tempo der Umwälzungen Schritt zu halte. Vom Ausbruch der Revolten in Tunesien, in Ägypten und Bahrein wurden die USA stets auf dem falschen Fuß erwischt. Dabei hätte Amerika allen Grund gehabt, sich schneller und eindeutiger zu bekennen. Der Wunsch, ein Leben wie ihre Altersgenossen im Westen zu führen, war ein ganz entscheidender Antrieb für die aufbegehrende junge arabische Facebook-Generation. Dieser Moment wäre eine historische Chance gewesen, den jungen Demokraten schon frühzeitig die vorbehaltlose Unterstützung des Westens zuzusichern. Sie wurde aus realpolitischen Zwängen vertan. Geradezu bedrückend freilich wird die Haltung gegenüber Libyen. Vier Tage dauerte es, ehe der Präsident sich dazu durchrang, die Gewaltexzesse Gaddafis zu brandmarken und zu verdammen. Die Zuschauerrolle, auf die sich US-Präsident Barack Obama bei diesen historischen Umwälzungen über weite Strecken beschränkte, mutet zunehmend befremdlich an. Die Kritik am Lavieren des Präsidenten, der sich im eigenen Wahlkampf „Change“ (Wechsel) auf seine Fahne geschrieben hatte, wächst. Gemessen an Obamas eigenen Worten an die arabische Welt kurz nach Amtsantritt und gemessen an seinem Status als Friedens-Nobelpreisträger konnte man tatsächlich erwarten, dass Obama seine diplomatische Deckung weit früher verlässt und den Wandel im Nahen Osten und Nordafrika auch aktiv begleitet.

P2News/Neue Westfälische

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