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U-Bahn-Schläger zu hohen Haftstrafen verurteilt – CSU macht Stimmung

Das Gesetz sieht kein Erbarmen

Die beiden U-Bahn-Schläger Serkan A. und Spyridon L. hätten ihr Opfer äußerst brutal niedergeschlagen, begründet sich das Gericht wegen der hohen Haftstrafen. Es handelte sich nach Ansicht des Gerichtes um versuchten Mord. Die Verteidigung kündigte aber Revision an.

Richter Reinhold Baier sprach am 08.07.2008 mittag das Urteil gegen die beiden U-Bahn-Schläger. Als er die Anklageschrift vortrug, ging ein Raunen durch den Gerichtssaal.
Das Urteil: 12 Jahre für den 20 Jahre alten Serkan A. und acht Jahre und sechs Monate für den zum Tatzeitpunkt noch minderjährigen Spyridon L.
Das Urteil bzw. die Strafen sind sehr hoch und zeigen somit die Härte des Strafgesetzes.
Beim Strafmaß hat sich das Gericht an den Forderungen der Staatsanwaltschaft orientiert, die zwölf beziehungsweise neun Jahre gefordert hatte.

Serkan A. und Spyridon L. nahmen das Urteil erschrocken auf. Serkan A. schüttelte in der Zeit der Urteilsverlesung immer wieder seinen Kopf und hielt Blickkontakt zu seiner Mutter, die weinend in der ersten Reihe saß und auch zu seiner Freundin, die mit dem gemeinsamen Baby oben auf der Galerie Platz genommen hatte.

Das Entsetzen, aber auch das angemessene Strafmaß stand den jungen Tätern ins Gesicht geschrieben.

Das Gericht begründete das hohe Strafmaß auf versuchten Mord, nicht nur als gefährliche Körperverletzung.
Der Geschädigte, der 76-jährige Hubertus N., wurde von hinten überfallen und die beiden Täter hätten die Wehrlosigkeit des Rentners schamlos ausgenützt.
Das Urteil für Spyridon L. richtete sich nach dem Jugendstrafgesetz, da er zum Zeitpunkt der Tat 17 Jahre alt war.
Bei Serkan A. allerdings konnte das Gericht wählen, ob es die Strafe nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht ansetzt.
Richter Baier entschied sich für das Erwachsenenstrafrecht, weshalb die Strafe höher ausfiel. Serkan A. war bei der Tatzeit zwanzigeinhalb Jahre alt.
Der Richter begründete sein Strafmaß, er sei zwar noch keine „ausgewachsene Person“, aber seine „mangelnde Aggressionskontrolle“ und seine Renitenz gegenüber früheren therapeutischen Maßnahmen ließen nur das Erwachsenenstrafrecht zu. „Und dass er direkt nach der Tat den Rucksack des Opfer stahl, weist auf eine unglaubliche Kaltschnäuzigkeit hin“.

In der Begründung weiter:

Den beiden sei bewusst gewesen, dass sie ihrem Opfer tödliche Verletzungen hätten zufügen können. Billigend hätten sie den möglichen Tod des Mannes in Kauf genommen, so der Richter.
„Eine völlig sinnlose Tat auf sittlich niedrigster Stufe“. Ihr Opfer, ein pensionierter Schulrektor, erlitt schwere Schädelverletzungen und Gehirnblutungen. Er habe „nur durch Glück“ überlebt.
In wie weit die Härte des Urteils von der Sensationspresse beeinflusst wurde, sei dahin gestellt.
Der verteidigende Rechtsanwalt wird dies in der angekündigten Revisionsverhandlung als Argumentation miteinbringen.

Der bayerische Innenminister Hermann, wie auch der bayerische Ministerpräsident Beckstein fordern bereits jetzt eine Ausweisung aus Deutschland, nachdem die beiden Täter ihre Haftstrafen verbüßt haben.

In wie weit sich die CSU Politiker nach verbüßen der Haftstrafen von 8 bzw. 12 Jahren noch an Ihre Wahlpropaganda von 2008 erinnern, sei dahingestellt.
Medienwirksam scheint es alle mal zu sein.

P2News

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