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Türkei lernt dazu

Die Öffnung der so genannten Todesbrunnen in der Türkei ist eine wichtige und richtige Entscheidung. Nachdem der türkische Staat über Jahrzehnte alle in seinem Namen begangenen Verbrechen im Kurdengebiet und anderswo geleugnet oder beschönigt hat, leitet er jetzt eine juristische Untersuchung gegen solche Verbrechen ein. Das macht die Opfer zwar nicht wieder lebendig, aber es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Republik es nicht mehr hinnimmt, wenn Mitglieder der Sicherheitskräfte tun und lassen können, was sie wollen. Solche Zeichen gibt es nicht nur im Kurdengebiet. Im Istanbuler Prozess gegen die rechtsgerichtete Gruppe Ergenekon, die einen Putsch gegen die türkische Regierung geplant haben soll, sitzen ehemalige Generäle auf der Anklagebank. Ihre Schuld ist noch nicht bewiesen doch jedem in der Türkei ist klar, dass es noch vor zehn Jahren kein Staatsanwalt gewagt hätte, einen Ex-Offizier auch nur zum Verhör zu bitten. Wie die Untersuchungen ausgehen, ist ungewiss. Sie zeigen aber, dass die Türkei auf dem richtigen Weg ist. Wenn sie eines fernen Tages EU-Mitglied werden will, dann muss sie sich auch den dunklen Seiten ihrer Vergangenheit und ihrer Gesellschaft stellen.

Rheinische Post

P2News

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