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Turbolader Abwrackprämie

Die Hälfte der Wirtschaft ist Psychologie. Wie sehr dieser Satz von Ludwig Erhard, dem „Vater des Wirtschaftswunders“, zutrifft, lässt sich derzeit am Beispiel der Abwrackprämie wie aus dem Lehrbuch studieren: In Massen sind die ansonsten zögerlichen Verbraucher am Wochenende in die Autohäuser geströmt. Zigtausende haben sich einen brandneuen oder zumindest einen Jahreswagen zugelegt. Kurios: Nur die allerwenigsten der stolzen Besitzer dürften je in den Genuss der staatlichen Prämie von 2500 Euro für ein altes Schrottauto kommen. Vermutlich hat nicht einmal die Bundesregierung geahnt, dass sich die Abwrackprämie derart zum Turbolader für den stotternden Motor der Autoindustrie entwickeln könnte. [poll id=“2″] Sie wirkte vor allem als Initialzündung, den Kauf eines neuen Wagens überhaupt ernsthaft in Betracht zu ziehen. Und wer das jetzt tut, merkt schnell, dass er auch ohne staatliche Hilfe allein von den derzeitigen Rabatten und Sonderangeboten der Händler erheblich profitiert. So sind die 1,5 Milliarden Euro für die Abwrackprämie durchaus effizient eingesetzte Staatsgelder. Doch sollten sich die Politiker der großen Koalition hüten, das Modell als Beleg für die Wirksamkeit von Konjunkturpaketen schlechthin zu nehmen. Andere Maßnahmen dürften erheblich mehr kosten – ohne dieselbe Dynamik zu entfalten.

Rheinische Post

P2News

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