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Trend zur Privatschule geht am kleinen Mann vorbei

Schon jeder neunte Gymnasiast in Deutschland besucht eine Privatschule. Tendenz steigend. Ob Eltern ihre Kinder auf eine Privatschule schicken, ist aber weniger eine Frage des Einkommens, sondern vielmehr eine Frage der Bildung. Wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin zeigt, besuchen Schüler, deren Eltern Abitur gemacht haben und besser gestellt sind, wesentlich häufiger eine Privatschule als Schüler aus Elternhäusern ohne Abitur und großes Einkommen.

Im Jahr 2007 lag der Anteil der Privatschüler noch knapp unter acht Prozent. In den alten Bundesländern ist von 1987 bis 2007 ein Anstieg um fast 21 Prozent zu beobachten. In den neuen Ländern hat sich der Anteil seit 1997 mehr als verdreifacht. Mit 59 Prozent hat die große Mehrheit der Privatschüler mindestens einen Elternteil mit Abitur – obwohl diese Gruppe insgesamt nur gut ein Drittel der Schülerbevölkerung darstellt. „Der Anteil von Privatschülern, gemessen an allen Schülern, deren Eltern ein Abitur haben, ist in den letzten zehn Jahren um 77 Prozent gestiegen“, sagt DIW-Bildungsökonomin C. Katharina Spieß. „Bei Kindern, deren Eltern niedrigere Bildungsabschlüsse aufweisen, konnten wir dagegen keinen so eindeutigen Anstieg feststellen.“

Natürlich fällt auch das Einkommen der Eltern ins Gewicht – allerdings weniger stark als ihr Bildungsgrad: Kinder aus wohlhabenden Haushalten gehen häufiger auf Privatschulen als Kinder aus weniger betuchten Haushalten. Dementsprechend spielt auch die berufliche Stellung der Eltern eine entscheidende Rolle.

„Wir haben durch diese Entwicklung eine zunehmende Negativauslese in unserem Schulsystem, die so nicht gewollt ist“, sagt C. Katharina Spieß. Das gesetzliche „Sonderungsverbot“, das Privatschulen untersagt, einzelne Schülergruppen zu bevorzugen, kann das offensichtlich allein nicht unterbinden. „Um zu verhindern, dass immer mehr Kinder aus bildungsnahen Haushalten in Privatschulen abwandern, müssen öffentliche Schulen wieder attraktiver werden“, fordert die Bildungsökonomin.

P2News/News-Reporter

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