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Tillich scheidet als Kandidat für Koch-Nachfolge in der CDU-Spitze aus

Stanislaw Tillich

Langsam wird es für die CDU-Spitze eng bei der Suche nach einem Ersatz für den durch den Rückzug von Roland Koch frei werdenden Platz des stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden. Nach Informationen der „Leipziger Volkszeitung“ aus zuständigen CDU-Kreisen steht Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich definitiv nicht als Kandidat für den Stellvertreterposten an der Seite von Parteichefin Angela Merkel zur Verfügung.

Zur Begründung hieß es unter anderem, dass dieser Vize-Posten einem starken westdeutschen Landesverband zustehe. Außerdem wolle sich Tillich zunächst auf seinen landespolitischen Weg in Sachsen und auf die Arbeit als Vertreter Ostdeutschlands in der Arbeit der Ministerpräsidenten weiter konzentrieren. Tillich „bevorzugt den langsamen und durchdachten Aufbau“, hieß es aus mit der Entscheidungsfindung vertrauten Parteikreisen. Andere verwiesen darauf, dass der sächsische Ministerpräsident seine Stärke bisher daraus gewonnen habe, dass „er sich eben genau nicht wie ein typischer Parteimann“ verhalten habe.

Nach weiteren Informationen der Zeitung gilt nun der designierte hessische Koch-Nachfolger Volker Bouffier als erster und letzter verbliebener Anwärter für den Vize-Posten an der CDU-Spitze. So werde die Lage auch im engen Umfeld der CDU-Bundesvorsitzenden und Bundeskanzlerin eingeschätzt. Vor Tillich hatte bereits der Baden-Württemberger Stefan Mappus seinen Verzicht auf den Vize-Posten erklärt und, wie Tillich auch, darauf verwiesen, dass die Ministerpräsidenten von Amts wegen im CDU-Präsidium vertreten seien. CDU-intern ist allerdings auch eine Debatte denkbar, auf die Besetzung des vierten Stellvertreter-Postens komplett zu verzichten. „Das wäre doch ein guter eigener Beitrag zur Debatte um das Sparen und um eine bescheidenere Bürokratie mitten in der Krise“, erklärte ein CDU-Präsidiumsmitglied gegenüber der Zeitung.

Tillich ist seit Mai 2008 Ministerpräsident und sächsischer CDU-Landesvorsitzender. Im Zusammenhang mit seinem Aufstieg gab es teils heftige Debatten um Tillichs frühere Tätigkeit zu DDR-Zeiten im Rat des Kreises Kamenz, über zwei Kontakte mit der Staatssicherheit und über Tillichs Lehrgangsausbildung an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft, die als SED-Kaderschmiede galt. Bei der Landtagswahl 2009 erwies sich diese Debatte für Tillich, nach Analyse des Wahlergebnisses, nicht als Nachteil für den Politiker.

P2News/Leipziger Volkszeitung

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