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Tibet-Gespräche

Die Gespräche zwischen China und Vertretern des Dalai Lama sind das Produkt eines starken internationalen Drucks. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ihr Ausgang auch zufriedenstellend ausfallen wird. China fühlt sich in Zugzwang. Es möchte keinesfalls die olympischen Spiele von der Tibet-Frage beherrscht wissen. Es fürchtet zu Recht, dass China als Gastgeber der olympischen Familie und als Exponent des olympischen Gedankens für kommende Generationen verbunden wird mit Unterdrückung und Gewalt gegen die Tibeter. Die Gespräche machen nur Sinn, wenn beide Seiten aufeinander zugehen. Der Dalai Lama hat schon früher einem ihm von Peking unterstellten Separatismus eine klare Absage erteilt. Er will vor allem eine kulturelle Autonomie für sein Volk. Er will die kulturelle Identität gewahrt wissen – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ihn deshalb zu Staatsfeind zu stempeln, erschwert jeden Lösungsansatz. Die Führung in Peking sollte nicht dem Irrtum verfallen, wenige Monate vor Beginn der Spiele sei Flexibilität das Gebot der Stunde. Danach könne man zur Politik der harten Hand zurückkehren. Die Spiele 2008 werden immer vor dem Hintergrund der Tibet-Frage gesehen. Das macht die Situation für China so schwierig.

Quelle: Rheinische Post

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