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Teufelszeug oder Rettung?

Ist Gentechnik Teufelszeug, das Gesundheit und Umwelt bedroht? Oder die letzte Rettung, um die wachsende Weltbevölkerung auf Dauer zu ernähren. Beweisbar ist bis heute weder die eine noch die andere These, denn Langzeitstudien fehlen. Tatsache ist: Auch in der Natur verändern sich Gene immer wieder, sonst gäbe es kein Züchtungen, keine Anpassung an Umweltbedingungen, vielleicht gar kein Leben (mehr). Allerdings verlaufen solche Prozess anders als im Labor. Und dass der Mensch bei Eingriffen in die Natur schon manch falschen Weg einschlug, wissen wir auch. Fakt ist aber auch: In den USA, China, Brasilien und anderen Ländern sind auf den Feldern Gensoja oder -mais selbstverständlich und kein Diskussionsthema. In Europa, speziell in Deutschland dagegen akzeptieren die meisten Bürger Gentechnik zwar im Pharmabereich, lehnen sie jedoch auf Feldern ab. Dem versucht das neue Gesetz mit der Kennzeichnungsmöglichkeit genfreier Produkte Rechnung zu tragen. Soll doch jeder selbst entscheiden, was er isst und und zu welchem Preis. Allein: Viele Lebensmittel lassen sich schon heute kaum noch genfrei herstellen, auch wenn der Aufdruck “ohne Gentechnik” das suggeriert. Ein kleiner Rest menschlicher Manipulation bleibt – das muss der Verbraucher wissen. Auch die Anbauregeln versuchen den Bedenken der Gegner Rechnung zu tragen – was aber ebenso unmöglich ist. Wie weit Sturm und Bienchen Pollen tragen, lässt sich vom Menschen eben nicht definieren. Die Haftungsregelungen wiederum machen Landwirten eine individuelle Entscheidung für oder gegen Genmais unmöglich. Wirklich zufrieden macht das Gesetz daher niemanden. Schon gar nicht die Wissenschaftler, die angesichts dieses Kurses nur neidvoll auf die Forschungschancen ihrer Kollegen in Übersee schauen können.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz

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