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Terror 3.0 aus der Schattenwelt

Noch immer ist die abscheuliche Bluttat des Anders Behring Breivik rätselhaft. Fragen kann man auch den norwegischen Sicherheitskräften nicht ersparen: Warum brauchte die Polizei so lange, um einzugreifen? Über anderthalb Stunden konnte der Mörder ungestört Jagd auf Jugendliche machen. Unfassbar.

Überschattet von dem grauenvollen Massaker im Ferienlager ist der Bombenanschlag, der weite Teile des Osloer Regierungsviertels verwüstete und acht Menschen das Leben kostete. Kann eine einzelne Person so gewaltigen Schaden anrichten oder gab es Komplizen?

Die schnelle Erklärung, man habe es mit einem verwirrten Einzeltäter zu tun, ist angreifbar. Heutzutage bilden Terroristen nicht mehr Gruppierungen nach dem Muster der RAF. Selbst Terror-Organisationen wie Al Kaida existieren vor allem im virtuellen Raum. Sie vernetzen sich insgeheim und anonym im Internet. Anschläge werden dann von einzelnen Personen ausgeführt, im Hintergrund wirken aber oft Helfershelfer mit.

Gegen diesen Terror 3.0 ist kein Kraut gewachsen. Auch die Vorratsspeicherung von Daten, die nun von einigen Bundespolitikern aus der Schublade gezaubert wird, hätte die Anschläge nicht verhindern können. Selbst umfassende staatliche Kontrolle, die wir uns im Interesse unserer freiheitlichen Grundordnung besser nicht wünschen sollten, könnte staatsfeindliche Umtriebe im weltweiten Netz nicht verhindern.

Ein Blick in das sogenannte „Manifest“ des Attentäters offenbart ein wirres Weltbild, gespeist von Informationsquellen aus dem Internet. Verschwörungstheorien inklusive Ritter, Tod und Teufel spielen dabei eine Rolle, aber auch konkreter Hass gegen linke Parteien und die sogenannte Multikulti-Gesellschaft. Eine biizarre Schattenwelt des Fantastischen.

Ganz real sind die vielen tausend Nutzer und Blogger, die kritiklos an solchen Unfug glauben. Dieser weltanschauliche Hintergrund führt zu einer internationalen, islamfeindlichen, nationalistischen Szene, die seit Jahren in ganz Europa immer mehr Anhänger gewinnt und auch in Parlamenten mitredet. In Ungarn, Österreich, Italien, den Niederlanden und in ganz Skandinavien sind Rechtspopulisten politisch höchst erfolgreich – auch weil es hier und da offensichtlich Probleme im Zusammenleben verschiedener Kulturen gibt.

Es gehört zu den Spielregeln der Demokratie, dass man Missstände anprangern darf. Hass und Intoleranz der Rechtsextremen vergiften aber unsere Gesellschaft und schaffen den Nährboden für nationalistischen Terror, der sogar vor Anschlägen auf das eigene Volk nicht zurückschreckt.

P2News/Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung

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