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Symbolischer Baubeginn des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat am 19.12. in Berlin den Baubeginn für das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma symbolisch vollzogen.

In Anwesenheit des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, des Künstlers Dani Karavan, des Vorsitzenden des Zentralrates der Deutschen Sinti und Roma, Romani Rose, der Vorsitzenden der Sinti Allianz Deutschland, Natascha Winter, des Vorsitzenden des Bundesrats der Jenischen Deutschlands, Timo Wagner, und zahlreichen Vertretern der Opfergruppen würdigte Bernd Neumann das entstehende Denkmal als eindringliches Zeichen der Mahnung und des Gedenkens an die lange vergessenen Opfergruppen.

In seiner Ansprache erinnerte der Staatsminister an den wichtigen Beitrag von Romani Rose zur Errichtung des Denkmals und betonte: „Wir haben den heutigen Tag für den symbolischen Akt des Baubeginns mit Bedacht gewählt, denn jedes Jahr wird im Rahmen der letzten Bundesratssitzung daran erinnert, dass am 16. Dezember 1942 mit dem so genannten ,Auschwitz-Erlass‘ Himmlers der Völkermord an den Sinti und Roma besiegelt wurde.

Im nationalsozialistisch besetzten Europa wurden im deutschen Namen entsetzliche Verbrechen an Sinti und Roma verübt. Sie wurden entrechtet, erniedrigt und ausgegrenzt, deportiert und zu medizinischen Menschenversuchen missbraucht. Eine halbe Million wurde ermordet. Von der Verfolgung betroffen waren auch die Angehörigen der eigenständigen Gruppe der Jenischen.

Die Bundesrepublik bekennt sich zu ihrer historischen Verpflichtung gegenüber jenen, die im Nationalsozialismus als ‚Zigeuner‘ verfolgt wurden. Das habe ich erst vor knapp einem Monat anlässlich der Bundestagsdebatte zur neuen Gedenkstättenkonzeption unmissverständlich bekräftigt. Die Schuld kann nicht vergehen. Das ,Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma‘, das der Bund zusammen mit dem Land Berlin in unmittelbarer Nähe des Reichstagsgebäudes errichtet, wird den besonderen Stellenwert dieses Verbrechens im Gedächtnis der Bundesrepublik Deutschland zum Ausdruck bringen.“

Zur Mitwirkung der Opfergruppen an der Realisierung sagte Bernd Neumann weiter: „Was die Planung des Denkmals und vor allem die Abstimmung der Texte der Inschrift und der Chronologie betrifft, haben Opferverbände und Politik in den letzten Jahren gemeinsam einen langen Weg zurückgelegt, um eine angemessene Form des Gedenkens zu finden. Das Ergebnis dieses Prozesses wurde schließlich vom Bundesrat und vom Ausschuss des Bundestages für Kultur und Medien begrüßt. Dafür danke ich allen Verantwortlichen. Jetzt soll das Denkmal im Jahr 2009 vollendet werden.“

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma wird von der Bundesregierung nach einem Entwurf des israelischen Künstlers Dani Karavan als kreisförmige Wasseranlage errichtet.

Der Bund finanziert den Bau des Denkmals mit 2 Millionen Euro. Das Land Berlin stellt das Denkmalgrundstück südlich des Reichstagsgebäudes zur Verfügung.

Die Bauleitung und Bauausführung ist von der Bundesregierung dem Land Berlin übertragen worden. Die Betreuung des Denkmals übernimmt die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

P2News

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