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Stasi-Akten: Aufarbeitung geht weiter

Der offene Umgang mit den Akten der DDR-Staatssicherheit habe zur Versöhnung beigetragen und nicht etwa zur Spaltung geführt. Dies sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch in der Berliner Stasi-Unterlagen-Behörde.

Marianne Birthler, Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU), führte die Bundeskanzlerin durch das Aktenmagazin.

Anhand von Musterkarteikarten erläuterte sie, wie Stasi-Berichte erfasst werden. Birthler informierte die Kanzlerin auch über die aktuelle Arbeitssituation der Behörde.

Der Besuchstag war mit Bedacht gewählt: Vor genau 19 Jahren besetzten Bürgerinnen und Bürger die Berliner Stasi-Zentrale in der Lichtenberger Normannenstraße. Ziel war es, die Vernichtung der Akten zu verhindern. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für die Arbeit der Stasi-Unterlagen-Behörde gelegt.

Nicht vergessen

Die Bundeskanzlerin betonte, es sei wichtig, dass „alles, was Diktatur ausmacht, nicht verlorengehen darf“. Die Aufarbeitung der SED-Diktatur dürfe auch 20 Jahre nach dem Mauerfall nicht an Bedeutung verlieren. Gerade jungen Menschen müssten die Gefahren der Diktatur verdeutlicht werden.

Zum Apparat der Stasi gehörten rund 85.000 hauptamtliche und 109.000 inoffizielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: also rund zwei Prozent der Bevölkerung der DDR. „Es waren zwei Prozent zu viel. Aber man muss auch sagen: Es waren nur zwei Prozent. Viele haben sich der Anwerbung durch dieses Ministerium widersetzt. Auch das gehört zur deutschen Geschichte“, hob Merkel hervor.

Es sei für die Menschen auch heute noch unglaublich wichtig, Klarheit über die eigene Biografie zu erlangen. Auch wenn sie teilweise „sehr bittere Erkenntnisse“ machen müssten. Für die meisten sei „das Wissen darum besser als das Unwissen oder das Nicht-wissen-dürfen“, betonte Merkel.

„Ich stehe dazu, dass die Stasi-Unterlagen-Behörde gerade jetzt im zwanzigsten Jahr des Mauerfalls ihre Arbeit so weiterführt, wie sie das im Augenblick tut.“

Perspektiven

Die vielen Anträge auf Akteneinsicht zeigten, dass das Thema nach wie vor sehr aktuell sei, so die Kanzlerin. Immer noch gebe es viele Ersteinsichten. „Das zeigt, dass viele Menschen den Abstand brauchen, um sich jetzt noch Gewissheit zu verschaffen.“

In der nächsten Legislaturperiode soll eine Expertenkommission entscheiden, wann die Akten der Birthlerbehörde ins Bundesarchiv kommen sollen. Die Akteneinsicht und die Forschungstätigkeiten bleiben davon unberührt.


Die BStU bewahrt in ihren Archiven die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR auf. Mit insgesamt 180 km an Unterlagen ist es eines der größten Archive Deutschlands. Die BStU stellt die Unterlagen nach gesetzlichen Vorschriften Privatpersonen, Institutionen und der Öffentlichkeit zur Verfügung. Bisher stellten rund 1,7 Millionen Menschen einen Antrag auf Akteneinsicht.

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