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Spürbare Belebung am Pfandbriefmarkt

– vdp beobachtet zu Jahresbeginn zunehmende Emissionsaktivität
– Deutlicher Anstieg des Emissionsvolumens 2008 – trotz Finanzmarktkrise
– Studie belegt Überlegenheit des Pfandbriefs gegenüber Mortgage Backed Securities (MBS)

Am Pfandbriefmarkt verdichten sich die Anzeichen für eine durchgreifende Belebung. So wurden im Monat Januar des Jahres nach Erhebungen des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken, vdp, Pfandbriefe im Gesamtvolumen von mehr als 8 Mrd. Euro begeben; davon entfielen je etwa 4 Mrd. Euro auf Hypothekenpfandbriefe und Öffentliche Pfandbriefe. Im Monat Dezember waren noch weniger als 7 Mrd. Euro abgesetzt worden. Die erste Kalenderwoche des Monats Februar hat mit einem Absatzvolumen von 3,6 Mrd. Euro die positive Tendenz des Jahresauftakts bestätigt.

„Die beiden Anfang Februar begebenen großvolumigen Pfandbriefemissionen – die ersten seit dem Spätsommer vergangenen Jahres – sind bei Investoren aus dem In- und Ausland sehr gut aufgenommen worden. Das stimmt uns zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf“, sagte Henning Rasche, Präsident des Verbandes am Montag bei einem Pressegespräch des vdp in Frankfurt. „Die Nachfrage nach deutschen Pfandbriefen, dem Benchmark-Produkt im internationalen Covered-Bond-Markt, entwickelt sich trotz der Welle staatsgarantierter Emissionen von Banken derzeit zufriedenstellend. Unsere Mitgliedsinstitute gehen davon aus, dass sich die positive Tendenz der vergangenen Wochen im Jahresverlauf fortsetzen wird – sofern die Stabilisierung der Kreditwirtschaft fortschreitet und sich das Vertrauen der Investoren weiter festigt“, so Henning Rasche weiter.

Getragen wird die positive Entwicklung vom Hypothekenpfandbrief, der seine Rolle als günstiges Refinanzierungsinstrument für Immobilienfinanzierer in der Finanzmarktkrise ausbauen konnte und von Investoren als sichere Anlage in unruhigen Zeiten hoch geschätzt wird. „Der Pfandbrief hat somit gute Chancen, seine temporäre Schwächephase nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers im vergangenen September schneller als andere Finanzinstrumente zu überwinden“, resümierte Rasche.

Robuste Entwicklung im abgelaufenen Jahr

Auch im von der Finanzmarktkrise dominierten Jahr 2008 hat sich der Pfandbrief über weite Strecken als sehr robust erwiesen und war erst gegen Jahresende, nach der Lehman-Insolvenz, als eines der letzten Kapitalmarktinstrumente von der Krise erfasst worden. Insgesamt reichte die rege Emissionstätigkeit der ersten drei Quartale jedoch für einen Anstieg des Emissionsvolumens um rund 13 Prozent auf 153 Milliarden Euro aus. Das Wachstum wurde von einem kräftigen Anstieg der Emissionen von Hypothekenpfandbriefen getragen; hier steht mehr als eine Verdoppelung zu Buche, ein Plus von 131 Prozent auf 63,4 Milliarden Euro (2007: 27,5 Mrd. Euro). Der starke Zuwachs ist vor allem darauf zurückzuführen, dass andere Wege der Refinanzierung von Immobilienkrediten, wie zum Beispiel Verbriefungen, seit dem Ausbruch der Finanzkrise verschlossen waren und bis heute nicht zugänglich sind. Demgegenüber setzte sich die Konsolidierung bei Öffentlichen Pfandbriefen fort; insgesamt lag das Emissionsvolumen hier noch bei 90 Milliarden Euro (2007: 108 Mrd. Euro), ein Rückgang um 17 Prozent.

Die Robustheit des Pfandbriefs lässt sich auch an der Spread-Entwicklung ablesen. Im Gegensatz zu Verbriefungen und pfandbriefähnlichen Produkten anderer Länder weiteten sich die Pfandbrief-Spreads nur moderat aus – ein Beleg für das auch in der Krise ungebrochene Investorenvertrauen. „Der Pfandbrief hat 2008, trotz leichter Blessuren, seine Krisenfestigkeit erneut unter Beweis gestellt. Er ist und bleibt ein Garant für Qualität und Sicherheit“, erklärte vdp-Präsident Rasche.

Der Erfolg des Pfandbriefs fußt zum einen auf seiner makellosen Historie – noch nie in der mehr als 200jährigen Geschichte ist ein Pfandbrief ausgefallen – und zum anderen auf der hohen Qualität der Deckungsmassen sowie den strengen gesetzlichen Regelungen, die seine Qualität garantieren. Mit der Ende vergangener Woche im Bundestag in dritter Lesung behandelten ersten Novelle des Pfandbriefgesetzes werden die anerkannten Qualitätsstandards weiter verbessert. Die vom vdp angeregte Ausweitung der ursprünglich im Gesetzgebungsverfahren vorgesehenen Liquiditätsreserve von 90 auf 180 Tage hat dabei Eingang in die Gesetzesempfehlung des Parlaments gefunden. Auch die erhöhte Transparenz durch eine detailliertere Darstellung der Laufzeitstrukturen der Deckungsmassen ist verabschiedet worden. „Wenn die nun vom Bundestag beschlossenen Änderungen den Bundesrat passieren, werden die hohen gesetzlichen Standards des Pfandbriefgesetzes konsequent weiter verbessert. Damit hat der Pfandbrief beste Aussichten, gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, erklärte Dr. Louis Hagen, Hauptgeschäftsführer des vdp.

Wissenschaftliche Studie belegt Sicherheitsvorteile des Pfandbriefs

Die Einschätzung des Verbandes und seiner Mitgliedsinstitute, dass der Pfandbrief seine Überlegenheit in puncto Sicherheit gegenüber MBS und anderen Refinanzierungsinstrumenten in Zukunft noch stärker ausspielen wird, stützt auch eine wissenschaftliche Studie. Sie wurde gemeinsam von Professor Markus Rudolf, Inhaber des Dresdner Bank Stiftungslehrstuhls für Finanzwirtschaft an der WHU Otto Beisheim School of Management in Koblenz, und Professor Anthony Saunders, John M. Schiff Professor of Finance an der Stern School of Business der New York University verfasst.

Das Gutachten der beiden Professoren weist nach, dass Ausfall- und Kreditrisiken eines Pfandbriefs im Vergleich zu Triple-A gerateten CDOs und MBSs eklatant geringer sind. Einer Modellrechnung zufolge müsste der Zinsaufschlag von MBS um das 4,2-fache höher als bei Pfandbriefen sein, um das höhere Risiko auszugleichen; bei CDOs entspräche der Zinsaufschlag dem 3,8-fachen .

Die Verfasser der Studie sehen in der angelsächsischen, vom Verbriefungsmodell dominierten Welt klare Tendenzen zur Annäherung an das deutsche Pfandbriefsystem. „Das Pfandbrief-Modell wird wahrscheinlich für Investoren noch attraktiver werden – in den USA und anderswo auf der Welt“, stellte Professor Saunders fest.

Die Professoren fordern die Behebung von Systemfehlern, die zum Ausbruch der Krise geführt haben. So regen beide etwa an, Finanzinstrumente, die nicht in Bilanzen auftauchen, mit Eigenkapital zu unterlegen und somit weniger attraktiv zu machen. Was politische Implikationen der Finanzkrise angeht, betonen die Professoren übereinstimmend, dass die Eigenkapitalvorschriften von Basel II auf ihre Eignung überprüft werden sollen. Professor Rudolf: „Die derzeitige Fassung von Basel II führt zu Unterausstattungen der Banken mit Eigenkapital. Zusammen mit den prozyklischen Wirkungen von Basel II auf das Eigenkapital der Institute ist das alarmierend. Das Regelwerk sollte zügig überarbeitet werden.“

P2News

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