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Spielen miteinander ist unheimlich wertvoll

Trotz Computer, Handy und Internet verlieren die klassischen Gesellschaftsspiele in Deutschland nicht an Bedeutung – ganz im Gegenteil. 430 Millionen Euro haben die Deutschen im Jahr 2007 für Spiele und Puzzles ausgegeben, nirgendwo sonst auf der Welt finden sich so viele Spieleerfinder, Hersteller und Käufer wie hier zu Lande, berichtet die Zeitschrift DAHEIM in Deutschland, der zweite Zeitschriftentitel von Reader’s Digest. „Ich halte das Spielen miteinander für unheimlich wertvoll. Spiele bringen Menschen zusammen, egal, ob sie acht oder 80 Jahre sind, schwarz oder weiß. Sie verbinden und schaffen Toleranz“, sagt Spiele-Erfinder Reiner Knizia im Interview mit der Zeitschrift.

Knizia gilt als einer der erfolgreichsten Spiele-Autoren der Welt. Er hat über 500 Spiele veröffentlicht, von denen rund zehn Millionen verkauft und Dutzende prämiert wurden. Im Interview mit der Zeitschrift Daheim in Deutschland, die ab sofort am Kiosk erhältlich ist, widerspricht der 51-jährige Erfinder der Befürchtung, dass elektronische Chips wie in seinem neuen Spiel Wer war’s? eine Gefahr für das klassische Brettspiel darstellen könnten. „Diese Angst verstehe ich nicht. Es gibt viele hervorragende Gesellschaftsspiele und weniger gute – und ebenso gibt es heute auch sehr intelligente elektronische Spiele. Die Elektronik ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken.“ Dazu gehört ein Trend dieser Tage, wonach immer mehr Verlage den Spielen keine gedruckte Spielanleitung mehr beilegen, sondern eine DVD mit den Regeln, weil kaum noch jemand lange und komplizierte Regeln lesen möchte.

Jährlich kommen allein in Deutschland rund 500 neue Spiele auf den Markt. Im Durchschnitt verkauft sich ein Spiel 10.000 bis 30.000 Mal. Klassiker wie Domino, Backgammon, Mühle und das Wortlegespiel Scrabble haben es über die Jahre hingegen auf eine Millionenauflage gebracht. Eines der bekanntesten Gesellschaftsspiele, das Merkspiel Memory, das bereits 55 Millionen Mal verkauft wurde, feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum.

Aus Sicht von Spieleforscher Rainer Buland von der Universität Salzburg sollte die Bedeutung solcher Gesellschaftsspiele nicht unterschätzt werden. In der freien Wirtschaft werde immer wieder nach geeigneten Spielen für Managementschulungen gesucht, weil damit sehr schnell die Stärken und Schwächen der Beteiligten transparent würden: „Man findet in kurzer Zeit die wichtigsten Charaktereigenschaften heraus.“

Spielerfinder Knizia, der in Illertissen bei Ulm lebt, hat trotz jahrelanger Erfahrung und unzähliger Auszeichnungen den Spaß am Spielen noch nicht verloren. Am liebsten vertreibt er sich die Zeit beim Schafkopf oder Skat. Und grundsätzlich gilt für ihn: „Ich liebe Spannung und verliere lieber knapp, als haushoch zu gewinnen.“

Reader’s Digest

P2News

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