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Sinkende Dividende mehrheitlich erwartet

Ergebnisse des DIRK-Stimmungsbarometers Frühjahr 2009

Die Stimmung börsennotierter Gesellschaften ist aktuell deutlich trüber als im Herbst 2008. Institutionelle Marktteilnehmer erwarten, dass in diesem Jahr die Dividenden sinken. Private Marktteilnehmer dagegen gehen von stabilen oder gleichbleibenden Ausschüttungen aus. Die größte Bedeutung bei der Dividende haben die privaten Investoren. Das sind Ergebnisse des aktuellen DIRK-Stimmungsbarometers, das die GfK im Auftrag des DIRK durchgeführt hat. Befragt wurden 400 Investor-Relations-Manager in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der DIRK-Stimmungsindikator Deutschland zur Einschätzung der zukünftigen Unternehmenslage lag im Herbst 2008 bei minus 1 Punkt. Knapp ein halbes Jahr später weicht der Status Quo deutlich davon ab. Der DIRK-Stimmungsindikator Deutschland zur Einschätzung der aktuellen Lage liegt nun bei minus 50 Punkten – eine Differenz von 49 Punkten. Die Neutralität im letzten Jahr weicht der realen Skepsis in diesem Jahr. Im deutsprachigen Ausland sprechen die Indikatoren eine noch deutlichere Sprache. Durch den drastischen Anstieg der Negativantworten liegt die Differenz zwischen Herbst 2008 und Frühjahr 2009 in Österreich bei 57 Punkten und in der Schweiz sogar bei 72 Punkten. Mit den Jahresabschlusszahlen liegen den Unternehmen nunmehr „die harten Fakten“ für das vergangene Geschäftsjahr vor.

Ein ähnliches Bild liefert der zweite DIRK-Stimmungsindikator, der eine Einschätzung für die nächsten sechs Monate liefert. Er liegt in Deutschland mit minus 38 Punkten weit unter den Werten der Vorgängerbefragungen. Die Werte in Österreich und der Schweiz sind vergleichbar.

Damit hat sich die Geschwindigkeit, mit der sich die Stimmung verschlechtert hat, sogar noch erhöht. Die verabschiedeten Konjunkturpakete konnten noch nicht zu einer Verbesserung der Stimmungslage beitragen.

Zusätzlich ist es für börsennotierte Unternehmen schwieriger geworden, im Kapitalmarkt Gehör zu finden. Die Zahl der geplanten Investorentermine hat sich seit der Herbstbefragung 2008 deutlich reduziert: Waren es damals noch 88 Prozent der deutschen Unternehmen, die von einer steigenden oder gleichbleibenden Anzahl der Gesprächstermine ausgingen, so sind dies aktuell nur noch 76 Prozent. Zu Beginn der Befragungsreihe im Frühjahr 2004 lag dieser Wert noch bei optimistischen 95 Prozent.

Für private Investoren ist Dividende am wichtigsten

Die Ausschüttung einer Dividende dient einerseits dazu, die Eigentümer der Gesellschaft am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Sie trägt anderseits dazu bei, potenziellen Investoren und Analysten die zukünftige Ertragskraft und unternehmerisches Potenzial zu verdeutlichen. Aus Sicht der befragten Unternehmen sind es vor allem die privaten Investoren, die im Fokus der Dividendenpolitik stehen: 98 Prozent der deutschen Unternehmen gehen davon aus, dass private Investoren die Ausschüttung einer Dividende als sehr wichtig beziehungsweise wichtig erachten. Ihnen folgen die institutionellen Kapitalmarktteilnehmer. 69 Prozent erwarten dies bei institutionellen Investoren und 64 Prozent bei Staatsfonds. Geringer ist die Erwartungshaltung von Analysten. 60 Prozent beziehungsweise 43 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass Buyside-Analysten beziehungsweise Sellside-Analysten diese Meinung teilen. Im Ländervergleich sind die Werte ähnlich. Nur Sellside-Analysten sind in Österreich als Zielgruppe bedeutsamer: 68 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sie die Ausschüttung einer Dividende als sehr wichtig beziehungsweise wichtig erachten.

Erwartung für 2009: Dividende sinkt

Auf die Frage, wie die Erwartungen von institutionellen Investoren, Analysten und Staatsfonds hinsichtlich der Dividendenausschüttung im Jahr 2009 sein werden, reagierten die Befragten eindeutig: 3 von 4 Unternehmen in Deutschland glauben, dass diese Kapitalmarktteilnehmer in diesem Jahr von sinkenden Dividendenzahlungen ausgehen. Etwas positiver sieht es bei den privaten Investoren aus: Nur knapp die Hälfte der Unternehmen glaubt, dass diese Zielgruppe mit einer rückläufigen Gewinnausschüttung rechnet. In Österreich teilen diese Meinung 35 Prozent, in der Schweiz 40 Prozent. Die Mehrheit geht in diesen Ländern von unveränderten oder steigenden Dividenden aus.

Jedes dritte deutsche Unternehmen ohne Dividendenpolitik

Mehr als ein Drittel der Unternehmen in Deutschland verfolgte im letzten Jahr das Ziel einer kontinuierlichen Dividendenausschüttung, ein Viertel das Ziel einer variablen Dividendenausschüttung und ein Drittel keine Dividendenpolitik. Für das Jahr 2009 planen weniger Unternehmen, an der kontinuierlichen Ausschüttung festzuhalten. In Österreich und der Schweiz spielt die Dividendenkontinuität eine viel wichtigere Rolle: Hier verfolgen zwei von drei Unternehmen dieses Ziel der Ausschüttungspolitik – auch im laufenden Jahr. Bedeutend weniger Unternehmen als in Deutschland – nur jedes fünfte in Österreich und jedes zehnte in der Schweiz – verfolgt keine Dividendenpolitik.

Prognose auch in der Krise Trumpf

Die Transparenzerwartungen der Kapitalmarktteilnehmer haben sich in Krisenzeiten nicht verändert. Sie erwarten nach wie vor, dass Unternehmen eine Prognose zum zukünftigen Umsatz- und/oder Ergebnisverlauf abgeben. Unterschiede gibt es jedoch in der Art der Prognose. Institutionelle Investoren und Analysten deutscher Unternehmen bevorzugen quantitative Unternehmensaussagen mit Zahlen, die in Bandbreiten ausgegeben werden. Staatsfonds wollen zusätzlich noch qualitative Aussagen. Bei den privaten Anlegern liegt der Schwerpunkt auf qualitativen Aussagen über die zukünftige Unternehmensentwicklung. In der Schweiz ist der Fokus der Privatinvestoren auf qualitative Prognosen noch stärker ausgeprägt als in Deutschland und Österreich.

DIRK

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