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Seid lebendig – nicht perfekt!

„Es gibt diese neoromantische Welle in Deutschland und in Teilen Europas. Viele Eltern glauben, wenn es Streit gibt, haben sie keine gute Familie. Alles muss immer nett, ruhig und harmonisch sein – aber was sie damit erreichen, ist eine angespannte Atmosphäre.“ Dies ist eine der provozierenden Thesen von Jesper Juul. Im Exklusiv-Interview mit der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ELTERN (ab heute im Handel) erläutert der bekannte dänische Familientherapeut seine Positionen.

Jesper Juul ist der Überzeugung, dass Ausflippen in der Familie manchmal besser ist als krampfhafte Harmonie: „Das Problem mit der Romantik ist doch, dass sie nichts mit der Realität zu tun hat. In keiner Beziehung gibt es nur Harmonie. Gefühlsmäßig sind wir Menschen wie Vulkane, wir neigen zu Ausbrüchen. Die romantische Idee verbietet aber diese richtigen, gesunden Gefühle. Eine romantische Mutter will nicht, dass ihre Kinder ihre Trauer oder ihre Wut erleben.“

Statt zur Romantik fordert der Däne Erziehende zur Authentizität auf. Deshalb lässt er deutsche Mütter in seinen Therapiestunden stampfen und schreien: „Ich lasse sie rufen: ‚Ich will! Ich will! Ich will!‘ Wenn der Körper in der Stimme präsent ist, dann wird man ernst genommen, auch von den eigenen Kids. Und wer so weit ist, kann später auch wieder ‚Ich möchte‘ sagen. Kinder spüren die persönliche Autorität.“

In einem anderen Punkt gehen Jesper Juuls Ideen ebenfalls weit. So sagt er in dem Interview: „Pädagogik hat in der Familie nichts zu suchen. Als Pädagoge spielt man eine Rolle. Wie die Lehrer in der Schule, die Leistung wollen und nicht Gefühle. Kinder halten das aus. Aber zu Hause in der Familie brauchen sie einen lebendigen Ausgleich. Sonst geraten sie extrem unter Druck!“

P2News/Gruner+Jahr AG & Co KG

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