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Schweigen ist Gold Zum Raketenstreit

Auf dem Höhepunkt des Wahlkampfes war es vor allem das Etikett „fehlende außenpolitische Erfahrung“, mit dem die US-Republikaner den demokratischen Bewerber Barack Obama in die Enge treiben wollten. Gelungen ist ihnen das nicht, und wenige Tage nach seinem Triumph hat er demonstriert, dass er durchaus eine Portion diplomatischen Geschicks fürs neue Amt mitbringt. Auf die provokative Verhärtung der russischen Linie im Raketenstreit hat Obama die nach Lage der Dinge einzig richtige Antwort gegeben – nämlich gar keine. Man halte sich alle Optionen offen, ließ der 47-Jährige durch seinen Sprecher verkünden. Statt dessen erläuterte der künftige Chef im Weißen Haus seinen Landsleuten wortreich, wie er der dramatischen Finanzkrise zu begegnen gedenkt. Obama weiß genau, dass die Sorge um ihre Eigenheime und Sparguthaben die Amerikaner derzeit wesentlich mehr umtreibt als der Streit um Raketen im fernen Europa. Und genauso klar ist ihm, dass öffentliche Scharmützel mit Moskau ihm momentan nichts bringen, sondern nur die Hände für künftige außenpolitische Initiativen binden. „Schweigen ist Gold“ heißt also das Gebot der Stunde im Lager des Wahlsiegers, der die ersten Tage als künftiger Präsident ähnlich souverän hinter sich gebracht hat, wie er seine hochprofessionelle Kampagne zum Erfolg über John McCain steuerte. Sollte Obama demnächst überhaupt ein außenpolitisches Zeichen setzen, so dürfte es eher ein Akt der Symbolpolitik sein – zum Beispiel die Ankündigung, das Gefangenenlager Guantanamo zu schließen. Eine solche Geste birgt politisch derzeit wenig Risiken und würde der Welt demonstrieren, dass die Ära George W. Bush endgültig zu Ende geht. Die Raketenfrage wird Obama noch früh genug beschäftigen.

Allgemeine Zeitung Mainz, P2news

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