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Scheiden wird komplizierter

Scheidungsverfahren sind nicht nur nervenaufreibend, sondern auch teuer und aufwändig. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs werden sie noch komplizierter. Denn die Richter haben die Rechte der Schwiegereltern gestärkt, die mit einer Geldspritze das Haus oder die Wohnungseinrichtung des jungen Paares mitfinanzierten. Nun werden die Schwiegereltern nicht in Massen die Gerichte anrufen, um sich den geschenkten Betrag für ihr nunmehr geschiedenes Kind zurückzuholen. Die Scheidungsverfahren werden dennoch komplexer: Richter müssen künftig rekonstruieren, wer wann wie viel an wen geschenkt hat und wie lange das leibliche Kind davon tatsächlich einen Vorteil hatte. Dies alles wird auf Euro und Cent zu bewerten sein. Keine leichte Aufgabe. Um dem programmierten Streit von vornherein aus dem Wege zu gehen, sollten Eltern schon in guten Zeiten dafür sorgen, dass ihr Kind im Falle einer Scheidung abgesichert ist: In einem Vertrag können sie formlos festlegen, dass der Geldbetrag für den eigenen Sohn oder die leibliche Tochter bestimmt ist. Dennoch ist das BGH-Urteil ein Meilenstein: Schwiegereltern müssen nicht länger fürchten, bei Scheidungsverfahren völlig leer auszugehen. Und sie werden davor bewahrt, dass der oder die Ex ihres Kindes sich mit ihrem Geld ein schönes Leben macht.

P2News/Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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