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Schalke ohne Leidenschaft

Die Fans geben alles. Das Herzblut, den letzten Cent, die Freizeit, den Urlaub opfern sie für diesen, „ihren Verein“, dem sie sich in unerschütterlicher Treue verbunden fühlen. Doch von den teuren Angestellten, die von diesem Klub komfortabel profitieren, kommt nichts Vergleichbares. Sie kassieren Millionengehälter, aber die Gegenleistung ist derart kümmerlich, dass selbst ihre wichtigsten Vorgesetzten jetzt schonungslos Klartext reden: Schalke-Trainer Fred Rutten verordnete die verbale Höchststrafe, als er nach dem 1:2 in Leverkusen von „Arbeitsverweigerung“ sprach, und Manager Andreas Müller vermisste genau das, was die legendäre Faszination der Königsblauen über Generationen hinweg ausgemacht hat: Leidenschaft. Beide haben Recht, Müller und Rutten. Doch sie machen es sich zu einfach, ihre pauschale Kritik auf die saturierten Profis zu fokussieren und sich selbst mit populistischen Ablenkungsmanövern aus der Verantwortung zu stehlen. Denn wenn Müller fordert, den blasierten Herrschaften doch nun endlich in den Hintern zu treten, dann kann nur einer gemeint sein: Nämlich Trainer Fred Rutten, dem es bisher offenbar nicht gelungen ist, die Aufstellung und die Einstellung auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Und wenn Fred Rutten erkannt haben will, dass den Schalkern die elementaren Voraussetzungen für eine Spitzenmannschaft fehlen, dann stellt er unverblümt die Einkaufspolitik des Managers in Frage. Hier sind mehrstellige Millionensummen investiert worden, um nicht gar von verpulvert oder verbrannt zu reden. Zuletzt allein fünf Millionen für Orlando Engelaar und zehn Millionen für Jefferson Farfan. Doch dieser gewaltige finanzielle Aufwand steht in einem eklatanten Missverhältnis zum sportlichen Ertrag. Schalkes Saison-Zwischenbilanz gleicht einer Bankrotterklärung, die Erklärungsversuche von Trainer und Manager laufen auf einen Offenbarungseid hinaus. „Wir benötigen Zeit“, hat Müller gesagt. Aber wie viel denn noch? Die Konten des Klubs und die Geduld der Fans sind schon viel zu lange überzogen worden, ohne an Kredit zu gewinnen.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, P2news

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