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Risiko für Magengeschwür künftig im Speichel erkennbar?

Wird man eines Tages Risikopersonen für Magenerkrankungen durch einen einfachen Speicheltest entdecken? Gilt die Regel “Zähneputzen immer nach dem Essen” wirklich uneingeschränkt? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die diesjährigen Wrigley Prophylaxe Preisträger. Zwei Zahnmediziner aus Zürich und Regensburg nahmen auf dem Deutschen Zahnärztetag in Düsseldorf zu gleichen Teilen die Prämie von 10.000 Euro entgegen.

Magenbakterien – Vorkommen in der Mundhöhle nachgewiesen. Das Magenbakterium Helicobacter pylori ist weit verbreitet. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung trägt den Keim, ohne jemals zu erkranken.
Allerdings kann dieses Bakterium eine Reihe von Magenerkrankungen wie Geschwüre oder sogar Krebs auslösen, ohne dass die genauen Infektionswege bislang näher bekannt sind. Eine spezielle Antibiotikatherapie ist wirksam gegen Helicobacter pylori. Dr. Ralf Bürgers von der Universität Regensburg konnte in seiner Studie erstmals den Nachweis erbringen, dass dieses Magenbakterium bereits in der Mundhöhle vorkommen kann, ohne dass gleichzeitig der Magen infiziert ist.

Die Studie deutet daraufhin, dass die Mundhöhle als potenzielles Reservoir und Übertragungsort für das Magenbakterium bei zukünftigen Therapien und Infektionsprophylaxestrategien eine wichtige Rolle spielen kann. Möglicherweise lässt sich zukünftig bereits durch einen Speicheltest ein erhöhtes Magengeschwürrisiko nachweisen.

Zähneputzen – für manche Menschen besser vor dem Essen. Säurehaltige Nahrungsmittel können den Zahnschmelz angreifen. Deshalb ging Dr. Annette Wiegand von der Universität Zürich in ihrer
Studie der Frage nach, in welchen Fällen das Zähnebürsten besser vor statt nach dem Verzehr von Saurem durchgeführt werden sollte. Die Zahnmedizinerin konnte mit ihrer Untersuchung Hinweise aus früheren Studien bestätigen, wonach deutlich weniger Zahnhartsubstanz “weggeschrubbt” wurde, wenn die Zähne vor dem Säurekontakt geputzt wurden. Bei Menschen mit Erosionsschäden am Zahnschmelz ist daher eine Verlegung des Putzzeitpunkts vor den Genuss von Saurem möglicherweise sinnvoll, auch wenn im Sinne einer Kariesvorbeugung grundsätzlich empfohlen wird, die Zähne sofort nach dem Essen zu putzen.

Wer gerne Saures isst, sollte den Zahnarzt fragen, ob er zu der Risiko-gruppe mit besonders empfindlichem Zahnschmelz – etwa 10 bis 15 Prozent der Patienten – gehört, für den das Zähneputzen vor den Mahl-zeiten besser ist.

Wrigley Oral Healthcare Programs, gegründet zur Förderung der zahnärztlichen Präventivmedizin, stiftet den Wrigley Prophylaxe Preis jährlich für herausragende zahnmedizinische Arbeiten aus Forschung
und Praxis. In diesem Jahr wird der Preis zum 14. Mal verliehen. Die wissenschaftliche Schirmherrschaft hat die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) inne.

Generell gilt: Kaugummi für die Zahnpflege zwischendurch. Zu einer optimalen Kariesvorsorge gehört das zweimal tägliche Zähneputzen. Zusätzlich empfehlen einer aktuellen Umfrage zufolge fast zwei
Drittel der Zahnärzte mittlerweile Kaugummikauen als sinnvolle und praktische Prophylaxemaßnahme nach jeder Nahrungsaufnahme – insbesondere nach süßen oder sauren Speisen oder Getränken. Der
Grund: Zahnpflegekaugummis erhöhen den Speichelfluss bis um das Zehnfache. Dies führt zu einer raschen Säureneutralisation und hilft so, die Zähne zu schützen. Das Kariesrisiko lässt sich so um bis zu
40 Prozent reduzieren, wie wissenschaftliche Studien nachweisen.

Dr. Barbara Bethcke

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