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Rent a Rüttgers

Als die Sache aufflog, wollte es keiner gewesen sein. Der CDU-Landesvorsitzende und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers versichert, er habe die Briefe an Sponsoren, in denen er zu vertraulichen Gesprächen feil geboten wurde, nicht gekannt. Sein Generalsekretär Hendrik Wüst bedauert, dass ein falscher Eindruck entstanden sei. Dessen Pressesprecher schiebt die Verantwortung Mitarbeitern der CDU-Geschäftsstelle zu. Glaubwürdig sind die Dementis nicht. Schließlich berichten Unternehmer, dass ihnen schon vor vier Jahren bei CDU-Veranstaltungen Rüttgers gegen Bares angeboten worden sei. Und was wäre geschehen, wenn die Affäre jetzt nicht vom Spiegel aufgedeckt worden wäre? Die Unternehmer hätten bezahlt, sie hätten auf dem CDU-Parteitag Ende März in der Halle Münsterland ihren Stand aufgebaut und dann die Gelegenheit erhalten, dem Regierungschef in aller Stille ihre Sorgen und Wünsche anzuvertrauen. Wer 6.000 Euro erübrigen kann, findet das Ohr des Ministerpräsidenten. Die Bettelaktion nach dem Motto „Rent a Rüttgers“ ist an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten. Der Ministerpräsident des größten Bundeslands zu privaten Gesprächen vertraulichen Kontakten vermietet, Fotos für Firmen- und Familienalbum inclusive. Wer kein Geld hat, um sich eine Viertelstunde mit dem Regierungschef zu kaufen, muss sich mit salbungsvollen Reden über soziale Gerechtigkeit und die Teilhabe aller am demokratischen Geschehen begnügen. Neben Rüttgers ist sein Generalsekretär Wüst der Hauptverantwortliche für diese scham- und instinktlose Bettelei. Nach seiner Video-Verfolgung der SPD-Vorsitzenden Hannelore Kraft, nach seiner Abkassiererei von Zuschüssen zur Krankenkasse ist jetzt das Maß voll. Wüst sollte einsehen, dass seine Fähigkeiten für das Amt des CDU-Generalsekretär nicht ausreichen.

P2News/Neue Westfälische

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