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Produktivitätsstudie 2008: Deutschland verliert den Anschluss

Der Anteil verschwendeter Arbeitszeit ist weltweit auf über ein Drittel gestiegen. Die Hauptursachen sind schlechte Führung und mangelnde Kommunikation, analysiert die Globale Produktivitätsstudie der Unternehmensberatung Proudfoot Consulting. Deutschland verliert im weltweiten Vergleich den Anschluss: Der Anteil unproduktiver Zeit steigt auf über 40 Prozent, deutsche Unternehmen lassen fast die Hälfte ihres Potenzials ungenutzt. Trotzdem wird in Deutschland am wenigsten in die Qualifikation von Führungskräften investiert, obwohl das ökonomische Fahrwasser angesichts der Kreditkrise möglicherweise unruhiger wird.

2007 sank die weltweite Produktivität gegenüber dem Vorjahr von 67,9 auf 65,7 Prozent. In Deutschland liegt der Anteil produktiver Zeit bei nur 59,8 Prozent. Das heißt: In deutschen Unternehmen werden zwei Arbeitstage pro Woche unproduktiv verbracht. Nur noch Südafrikas Unternehmen schneiden schlechter ab.

Angesichts der Finanzkrise und einer möglichen Rezession sieht Peter Ascher, Leiter von Proudfoot Consulting in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH), die Unternehmen vor einer großen Herausforderung: „Das Potenzial ist da, aber es muss so schnell wie möglich gehoben werden, damit die Unternehmen auf dem bewegten Markt flexibel und handlungsfähig sind.“

Deutsche verschenken Potenzial

Die Führungskräfte in Deutschland werden nach eigener Schätzung nur 57 Prozent der möglichen Produktivitätsgewinne erreichen. In den Wachstumsregionen China, Brasilien, Indien und Russland (BRIC) werden die Manager deutlich über 80 Prozent des Potenzials nutzen.

Schlechte Führung: Die Probleme sind hausgemacht

Die Gründe für verschwendete Arbeitszeit liegen zum größten Teil in den Unternehmen selbst. Es sind Mängel in der Führung und der Mitarbeiterqualifikation sowie mangelnde Kommunikation im Unternehmen. Auch der Fachkräftemangel schlägt bereits auf die Produktivität durch.

Als Gegenmaßnahmen haben die Unternehmen die Bedeutung von Führungskräfte- und Mitarbeiterentwicklung erkannt. Rund 80 Prozent wollen hier investieren. Dagegen sehen nur 58 Prozent IT-Investitionen als Lösung. Gerade die deutschen Führungskräfte kommen weltweit am seltensten in den Genuss von Schulungen. Nur 5,4 Tage pro Jahr bilden sich deutsche Manager auf Schulungen weiter, das ist in etwa halb so viel wie der weltweite Durchschnitt.

„Training, Mitarbeiter- und Führungskräfteentwicklung sind wichtige Ansatzpunkte. Um schnell, aber auch nachhaltig Produktivitätssteigerungen zu etablieren müssen Unternehmen mehr tun: Sie müssen eine Produktivitätskultur etablieren“ rät Peter Ascher. Dieses Konzept wird in den Unternehmen verstärkt angenommen: 56% der Unternehmen weltweit wollen ein Change-Programm umsetzen. Die 8. Globale Produktivitätsstudie von Proudfoot Consulting beruht auf einer Umfrage unter mehr als 1.000 Führungskräften weltweit und mehr als 3.000 Unternehmensanalysen der Proudfoot-Berater.

P2news

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