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Preisexplosion trifft Verbraucher

793 Millionen Euro kassierte Thyssen-Krupp 2001, als der Stahlkonzern seine brasilianische Eisenerzgrubengesellschaft Ferteco Mineracao verkaufte. Begründung: Das Erzgeschäft gehöre nicht zum Kerngeschäft.

Keine zehn Jahre später wundert sich Thyssen-Krupp, dass es weltweit nur noch drei Erzproduzenten gibt, die die Preise diktieren können. Ein Prozess, der abzusehen war. Konzentration gab es schließlich nicht nur in der Stahlindustrie.

Insgeheim hat der größte deutsche Stahlkonzern den Fehler von 2001 eingeräumt. In sein neues brasilianisches Stahlwerk holte Thyssen-Krupp den Erz-Giganten Vale als Gesellschafter. Dass dieser nun Sonderkonditionen einräumen wird, glaubt aber selbst Betriebsratschef Willi Segerath nicht.

Es würde Milliarden verschlingen, wollten sich die Stahlhersteller wieder selbst eine Erzproduktion aufbauen. Und so rufen sie nach der Politik, die ihr die Bedrohung vom Leib halten soll, die sie sich selbst miteingebrockt hat. Einhalt im Rohstoff-Kartell ist allemal geboten. Schließlich wird die Preisexplosion am Ende ohnehin auf die Verbraucher abgewälzt.

P2News/Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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