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Mehr Atommüll – kein Endlager

Die wortreiche Beschreibung des Atomkompromisses sparte nicht mit Superlativen. Die Kanzlerin spricht von einer „Revolution im Bereich der Energieversorgung“, ihr Wirtschaftsminister gar vom „Beginn einer neuen Zeitrechnung“. Sie benötigen und loben die Atomkraft als Brückentechnologie bis zu dem Zeitpunkt, wenn alternative Energien ausreichend zur Verfügung stehen. Es wäre ehrlich gewesen, wenn diese Euphorie von einer klaren Feststellung begleitet worden wäre: Mit der Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke steuert Deutschland (und übrigens ganz Europa) auf ein massives Problem zu, das seit Jahren von einer Regierung zur anderen weitergereicht wird – die Entsorgung von Atommüll. 21 000 Tonnen hoch radioaktive Abfälle müssen bald für mehrere Jahrtausende gelagert werden. Die Energieerzeuger haben sich aus der Verantwortung für diese unliebsame Hinterlassenschaft der Kernenergie freigekauft. Die Kanzlerin fand dafür kein Wort, beim Atomgipfel wurde das Thema nicht diskutiert. Umweltminister Röttgen ergänzte wortkarg, das mögliche Endlager in Gorleben solle nun weiter erkundet werden. Dieser Lösungsansatz ist seit 26 Jahren die einzige, unbefriedigende Antwort auf die Frage nach der Endlagerung. Der sorglose Umgang mit Atommüll bleibt ein Trauerspiel.

P2News/Rheinische Post

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