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Plain White T’s mit Natural Disaster

Erfolg hat etwas Unwirkliches – das haben die Plain White T’s in den letzten beiden Jahren gelernt. In der einen Minute schwitzt Du Dir auf der Bühne bei irgendeinem Sprung deinen Arsch ab. Und in der nächsten ist dein Song Nummer Eins und deine CD hat mehr als eine Million Alben weltweit verkauft. In einem Augenblick hörst Du Dir „Rubber Soul“ auf deinem iPod an, und im nächsten bist du unter den Nominierten für den „Song des Jahres“ bei den Grammy Awards und Ringo Starr sagt „Hallo“ zu Dir. Unwirklich. Und doch ist „staying real“, mit beiden Füßen auf dem Boden und echt zu bleiben, genau das worum es bei den Plain White T’s geht. So verzichteten sie auf ihrem neuen Album, Big Bad World, auch auf digitale Spielereien. Stattdessen drückte Produzent Johnny K die Aufnahme – Taste und die Band spielte einfach aus ihrem Herzen heraus.

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Und in Big Bad World steckt jede Menge Herz. Sänger/ Songwriter Tom Higgenson dazu: „Wir versuchten wirklich ambitioniert zu sein und uns nicht über die Erwartungen anderer Leute an diesem Album den Kopf zu zerbrechen. Wir hatten die Vision, es auf eine klassische Art und Weise zu realisieren.“ So benutzte die Band ausschließlich Instrumente und Equipment, das vor 1970 hergestellt wurde: Vintage – Gitarren, alte Vox – Verstärker und Leslie-Boxen, ein Ludwig Drum – Set von 1966. Man nahm sogar mit einem Click – Track auf (in etwa gleichzusetzen mit einem Hochseilakt ohne Netz). Da das Album live aufgenommen wurde, hört man vielleicht kleine Ungeschliffenheiten. Aber im Falle von Big Bad World funktionieren diese Imperfektionen perfekt.

„Unsere früheren Songs hatten einen 50er und 60er Einschlag mit klassischen Songwriting – Strukturen und Harmonien”, so Tom. „Dieses Mal haben wir entschieden, es nicht mit einem Punk – Ansatz modern klingen zu lassen, sondern es so aufzunehmen wie die Beatles oder Tom Petty in seinen Anfangstagen es gemacht hätten. Wir haben ein Level erreicht durch das wir es schaffen bei 300 Live-Auftritten im Jahr gut zu klingen, also wollten wir das auch auf dem Album einfangen.“

Diese hohen Ziele wären natürlich ohne gute Songs bedeutungslos. Glücklicherweise ging Higgenson aus dem Erfolg von “Hey There Delilah” mit verstärkter Inspiration hervor. „Es gab keine Zweifel”, erinnert er sich. “Wenn ich etwas gut fand, ließ ich es drin. Das Album enthält 10 Songs, die sehr prägnant und auf den Punkt gebracht sind.“

Der erste Track vom Album, von Tom und Chris Thompkins (“Before He Cheats”) gemeinsam geschrieben, stellt ein von Kämpfen gezeichnetes Geständnis dar, dem eine trügerische Upbeat – Melodie gegenübersteht. „Im Laufe des letzten Jahres habe ich viele Fehler gemacht“, so Tom. „Und ich wollte lieber darüber schreiben, anstatt mit dem Finger auf anderen Leute zu zeigen. Ich wollte die Schuld bei mir selbst suchen.“ Der nächste Track, die erste Single „Natural Disaster“, mit seinem ballistischem Beat und der Geschichte eines verführerischen Groupies, kippt den ohnehin unangebrachten Ruf einer liebenswürdigen, in Liebeskummer schwelgenden Band.

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„Serious Mistake“ umhüllt ein drahtiges Rock–Fundament mit einer wilden Instrumentalisierung. „Ich war an einem dunklen Punkt“, sagt Tom zum Ursprung des Songs. „Ich habe einen dummen Fehler mit einem Mädchen gemacht, den ich sofort bereut habe. Eine Weile sammelte sich ein Gefühl von Schuld bei mir an. Also schrieb ich den Song als Versuch damit abzuschließen.“ Bassist Mike Retondo hat großen Anteil an dem Song, spielt er doch alle Instrumente vom Bass, Klarinette, Melodica bis hin zur Posaune, wobei er sogar einige seiner Parts improvisierte.

Die Ballade “Rainy Day” dient als melancholisches Gegengewicht zu Schätzen wie “That Girl” und “1,2,3,4” (inklusive der überirdisch anmutenden Klänge von Jon Brion am Chamberlin), die beide Tom’s Ideal von der Einfachheit des Pop verkörpern.

Dann gibt es noch „Sunlight“, den Song, der das Kronjuwel des neuen Albums sein könnte. Geschrieben von Gitarrist Tim Lopez, vermischt der Track eine ehrfürchtige Melodie mit „Abbey Road“ – Harmonien, um eine Botschaft der Erlösung zu vermitteln (der Grammy-nominierte Willie Hamilton, Vater des PWT’s Drummers De’Mar Hamilton, spielt hier die Orgel). „Das letzte Jahr hätte das Beste meines Lebens sein sollen. Die Band explodierte geradezu, es schien als könnten wir einfach nichts falsch machen. Aber gerade in der Mitte des Erfolgs ging meine Ehe in die Brüche. Ich schrieb diesen Song für meine Frau. Aus meiner Sicht ist es eine Botschaft der Hoffnung, wir könnten die Probleme lösen und das retten, was wir hatten. Normalerweise schreiben wir keine dunklen Songs, aber dieser enthielt genug Hoffnung an der Tom festhalten konnte.“

„I Really Want You“ vermischt eine Geschichte von unerwiderter Begierde mit einem „Blonde on Blonde“ Vibe, bis hin zum Klavier im Saloon – Style. „Jeder kennt diese Reaktion wenn er ein schönes Mädchen sieht“, merkt Tom zu dem Song an. „Dein Herz fängt an zu rasen, dein Leben zieht vor deinen Augen vorüber. „She’s the one!“ Den Song schrieb ich eines morgens als ich ein Mädchen erblickte, die für einen Moment wie genau diese „Eine“ erschien.“

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„Meet Me In California“ basiert auf einem weiteren qualvollen Fehltritt in der Tom Higgenson Liebes – Saga. „Es ist eine Anspielung auf einen weiteren ernsthaften Fehler“, sagt er. “Du kannst jemanden nicht immer verletzen und denken, dass es darum geht, ob sie dir vergeben. Ab einem bestimmten Punkt geht es um die Frage, warum man weiterhin solch ein Idiot ist. Ich hatte schon als Kind immer die Vorstellung im Hinterkopf, dass ich irgendwann in Kalifornien leben würde. Der Song handelt davon, schlussendlich nach Kalifornien zu gelangen und zu hoffen, dass dort etwas Besseres auf mich wartet.“

Das Album endet auf einem hohen Level mit „Someday“, einer komplexen Komposition welche die typische Strophe – Refrain Struktur gegen etwas schwerer zu Kategorisierendes tauscht. „Ich schreibe immer hoffnungsvolle Songs“, so Tom. „Das Album startet mit „Big Bad World“, wo es um die Momente geht, in denen ich es verbockt habe, und dann endet es mit der Botschaft, dass sich eines Tages alles zum Guten wendet.“

Die in Chicago ansässige und seit über einem Jahrzehnt bestehende Band ist nach wie vor auf der Straße der Selbstfindung. Gegründet zu Tom’s Teenager – Jahren, als er sein Lebens in Chicagos berühmten Metro Club vor sich ausgelegt sah, hat sich die Band über die Jahre und Meilen hinweg eine feste Anhängerschaft erspielt. Sie wurden dreimal zur Vans Warped – Tour eingeladen, eröffneten für Bands wie Jimmy Eat World, und brachten mit ihrem 2002er Debüt „Stop“ und dem 2005er Werk „All That We Needed“ zwei Indie – Scheiben heraus.

Die Band unterschrieb einen Vertrag mit Hollywood Records und veröffentlichte im Jahr 2006 das Album “Every Second Counts” und “Hey There Delilah” als Single. Der Song wurde zur Nummer Eins in den Billboard- und iTunes – Charts (und verzeichnete dabei als einer von ganz wenigen Songs über 3 Millionen Downloads), was wiederum das Album zu einem weltweiten Hit werden ließ und der Band in den Kategorien „Song Of The Year“ und „Best Pop Performance by a Dou or Group with Vocals“ zwei Grammy – Nominierungen bescherte.

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„Ich erinnere mich an das erste Mal, als wir einen ersten Eindruck von dem bekamen, was da passierte“, denkt Tom zurück. „Wir waren in Milwaukee für ein Sommer Festival, gingen auf die Bühne und vor uns waren mindestens 20.000 Leute, die uns sehen wollten. Wir spielten den ganzen Sommer über solche Shows. Es gab schreiende Mädels, die gegen die Autoscheiben schlugen. Es war nicht zu fassen.“ Die Band eroberte im Anschluss auch Europa, wo „Hey There Delilah“ auch zu einem Nummer Eins – Hit in mehreren Ländern wurde.

„In gewisser Weise ist es nun einfacher“, so Tom in Bezug auf den Erfolg der Band. „Wenn du eine Band startest und es wirklich ernst meinst, gibst du im Grunde die Aussicht auf ein normales Leben auf. Du siehst eine Familie und Freunde kaum. Durch den Erfolg ist dieser Tausch es wert.“

Dennoch bleiben die Plain White T’s glücklich unzufrieden. „Wir sind mit jedem Album weiter gewachsen und lernen mehr und mehr über die Band die wir sind und die Band die wir sein wollen“, fügt Tom an. „Wenn wir heutzutage aufnehmen, hören wir mehr auf den Charakter als auf Perfektion.“

Mit Big Bad World haben die Plain White T’s dieses Ziel auf die Probe gestellt. Und machen es einem schwer zu sagen, dass sie es nicht erreicht hätten. Tom Higgenson und seine Mitmusiker wetten, dass es, zumindest in ihrer Ecke der Pop-Kultur, im Endeffekt doch keine so große, böse Welt ist.

[tab:END]

Die Single: “Natural Disaster” erschien am: 10.10.2008
Das Album: „Big Bad World“ folgt am 24.10.2008.

Viel Spass beim Reinhören, von:

„Natural Disaster“
(bei YouTube).

Eure Musikredaktion

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