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Piraha-Indianer: Die Hüter der Glücksformel

Die Piraha-Indianer am Amazonas stellen die Wissenschaft vor große Rätsel. Wie die Zeitschrift WUNDERWELT WISSEN in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, leben sie in extremer Einfachheit, haben keine Angst vor dem Sterben und sind immer gut drauf. Was ist ihr Geheimnis?

Der amerikanische Sprachforscher und Missionar Dan Everett, der sieben Jahre samt Familie bei den Pirahã-Indianern lebte, entdeckte eine außergewöhnliche Weltsicht in dem knapp 400 Menschen zählenden Stamm. Wie ein roter Faden zieht sich durch die Kultur und Sprache dieses Volkes ein Grundprinzip, das Everett als das Geheimnis der Pirahã bezeichnet: das Prinzip des „unmittelbaren Erlebens“. Behauptungen, Theorien, Spekulationen sind in ihrer Welt tabu. Nur das Erfahrbare ist wichtig. Und nur darüber wird geredet, alles andere ist „krummköpfig“.

Zum Prinzip des unmittelbaren Erlebens gehört ein völlig anderes Zeitgefühl. Die Pirahã sind „In-Timers“ wie es Chronopsychologen nennen. Für sie verläuft Zeit nicht wie für uns linear und auch nicht zyklisch wie etwa für die Aymara-Indianer, bei denen Vergangenheit und Zukunft identisch sind. Zeit ist bei den Pirahã das Jetzt, der gegenwärtige Moment, der alles enthält, was wichtig ist. „Die Pirahã haben entdeckt, wie nützlich es ist, von einem Tag zum anderen zu leben“, erklärt Everett. „Das Prinzip der Unmittelbarkeit ist der höchste Wert ihrer Kultur. Passend dazu haben sie sich ihre Sprache geschaffen.“

Auffällig ist die ungewöhnliche Heiterkeit der Pirahã. Bei keinem der insgesamt 20 isoliert lebenden Amazonasstämme, die er besuchte, habe er diese durchgängig gute Laune beobachten können, so Everett. „Das glücklichste Volk“ lautet folgerichtig der Titel seines soeben auf Deutsch erschienenen Buchs.

Trotzdem lässt Everett nie Zweifel an der Bescheidenheit und Härte des Indianer-Lebens im Dschungel. Wie alle Menschen kennen die Pirahã Schmerzen, Trauer und Verlust. Abgeschnitten von jeglicher medizinischen Versorgung ist der Tod für sie allgegenwärtig. Doch verglichen mit uns haben die Pirahã weniger Angst. „Lächelnd gehen sie dem großen Abgrund entgegen“, schreibt Dan Everett bewundernd – ganz ohne die Tröstungen von einem Leben danach. Bei ihnen gibt es keine Anzeichen für Depressionen, chronische Müdigkeit, Panikattacken oder psychische Störungen, wie sie im Westen so massiv auf dem Vormarsch sind.

P2News/Gruner+Jahr, WUNDERWELT WISSEN

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