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Paradiesische Strände?

Mit Ruhe und Abgeschiedenheit darf man an öffentlichen Stränden nicht unbedingt rechnen

Strahlend weißer Sand, so fein wie Puderzucker, türkisblaues Meer und meterhohe Palmen – aus diesen Zutaten werden (Urlaubs-)Träume gemacht. Doch oft genug wird der Traum vom Paradies zum Albtraum, wenn Urlauber statt kilometerlanger, makelloser Sandstrände nur verdreckte Kieselstrände vorfinden. Nach Auskunft von Experten der ARAG Rechtsschutzversicherung ist dies ein Reisemangel, wenn im Katalog ausdrücklich ein feiner Sandstrand angepriesen wurde.

Viel schwieriger zu handhaben sind Beschwerden über die Sauberkeit eines Badestrandes. Hier ist die folgende Unterscheidung wichtig: Für einen hoteleigenen Strand trägt, im Gegensatz zu einem öffentlichen Strand, der Reiseveranstalter die Verantwortung, weil die von ihm beauftragte Hotelleitung die Qualität des Strandes kontrollieren und bei Missständen eingreifen kann. Ist ein Hotelstrand derart verschmutzt, dass ein Baden dadurch nicht mehr möglich ist, kann dies gar zu einer Reisepreisminderung von bis zu 20 Prozent führen. Allerdings darf der Urlauber keinen makellosen Strand erwarten – wo viele Reisende eine relativ kleine Fläche gemeinsam nutzen, kommt es notgedrungen zu gewissen Verschmutzungen.

Verweist der Katalog lediglich auf einen öffentlichen Strand, sieht es etwas anders aus. Es gibt Gerichte, die Verschmutzungen an öffentlichen Stränden grundsätzlich nur als Unannehmlichkeit ansehen, weil jeder Reisende mit Derartigem rechnen muss. Im Unterschied zu echten Mängeln kann bei Unannehmlichkeiten der Reisepreis nicht gemindert werden. Nur wenn die Verschmutzungen der erreichbaren öffentlichen Strände über das übliche Maß deutlich hinausgehen und der Reiseveranstalter dies wissen konnte, muss er darauf hinweisen. Ansonsten darf der Kunde den Reisepreis unter Umständen mindern. Der Hinweis auf stark verschmutzte Strände liest sich dann im Katalog beispielsweise so: „stark frequentierter öffentlicher Strand“ oder „besonders lebhafter Strand mit internationalem Flair“.

Ein Reisemangel kann auch vorliegen, wenn entgegen der Zusage des Reiseveranstalters Hunde nicht mit an den Strand genommen werden dürfen, oder umgekehrt ein Strand als hundefrei beworben wird, Hunde dort aber zugelassen sind. Üble Gerüche, etwa durch eine Müllkippe nahe dem Hotel, können ebenfalls ein Reisemangel sein. Für die übermäßige Verschmutzung von Meer und Strand durch Algen oder Seetang kann hingegen der Reiseveranstalter nicht verantwortlich gemacht werden. Unangenehm, aber dem allgemeinen Lebensrisiko zuzuordnen sind überfüllte öffentliche Strände. Da es kein Recht auf Einsamkeit am Strand gibt, stellt auch das keinen Mangel dar.

P2News

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